Nun geht es Schlag auf Schlag. Die Projektierung des Erweiterungsbaus der Kantonsschule Limmattal in Urdorf kostet 4,7 Millionen Franken. Diesen Betrag sprach der Zürcher Regierungsrat, wie er gestern bekannt gab. Die Bauarbeiten sollen im Juli 2020 starten und die neuen Schulbauten im Februar 2023 in Betrieb genommen werden. Damit will man den Platzmangel an der Mittelschule beheben. Aktuell wird sie von rund 750 Schülern besucht. Laut Prognosen der Bildungsdirektion sollen es im Jahr 2040 bereits 1100 sein. Der bestehende Bau aus dem Jahr 1986 kann diese Schülerzahlen dann nicht mehr auffangen.

In den zwei Erweiterungsbauten sollen alle Unterrichts- und Vorbereitungsräume für die Fachschaften Physik, Chemie, Biologie und Musik einquartiert werden. Eine neue Aula wird dereinst 500 Sitzplätze bieten. Zudem ist der Bau von zwei Doppelturnhallen geplant. Die freiwerdenden Zimmer im bestehenden Schulhaus werden nach der Auslagerung der Spezialräume zu allgemeinen Unterrichtszimmern umgebaut, heisst es in der Mitteilung des Regierungsrats weiter. Zudem soll das Turnhallenprovisorium «In der Luberzen 11» abgebrochen werden.


Parkplätze werden unterirdisch
Mit dem Ja zum Kredit von 4,7 Millionen Franken beauftragt der Regierungsrat die Baudirektion, die Projektierung an die Hand zu nehmen. Wie die Erweiterung der Schule dereinst aussehen soll, wurde bereits im Sommer bekannt. 73 Architektenteams beteiligten sich am vor rund einem Jahr lancierten Projektwettbewerb. Im Juli kürte die Jury die Zürcher Architekten von Penzisbettini mit ihrem Projekt «Collana» zum Sieger. Dieses sieht ein neues Schulgebäude gegenüber der Mensa vor und einen Bau für die Aula und die Doppelturnhallen unweit der heutigen Parkplätze vor der Schule. Diese werden in eine unterirdische Parkgarage verlegt.

Kosten steigen um 27 Prozent
Auffallend rasant steigen die Kosten des Grossprojekts. Im Jahr 2015 ging die Zürcher Regierung davon aus, die Kantonsschule für rund 50 Millionen zu vergrössern. Im vergangenen Sommer dann anlässlich der Bekanntgabe des Wettbewerbssiegers gingen die Verantwortlichen bereits von 59,3 Millionen Franken aus. In der gestrigen Mitteilung waren es dann schliesslich 63,7 Millionen. Philippe Klein, Mediensprecher der Bildungsdirektion, beschwichtigt auf Anfrage: So seien bei der ersten Kostenschätzung einige Bereiche nicht enthalten gewesen. «Neben der Ausstattung der Gebäude und den baulichen Anpassungen der bestehenden Gebäude war auch der Rückbau der provisorischen Turnhalle damals nicht dabei», sagt er auf Anfrage.

Bereits im Jahr 2008 entschied der Kanton, die sanierungsbedürftigen Hallenprovisorien der Kantonsschule abzureissen und durch zwei neue Hallen zu ersetzen. Doch bereits ein Jahr später stellte der Kantonsrat einige Projekte zurück und der Bau kam nicht zustande. Nachdem 2014 die Erweiterung der Schule im kantonalen Richtplan eingetragen wurde, teilte der Regierungsrat 2015 mit, dass die Schule für 50 Millionen Franken ausgebaut werde. Dies bedeutete gleichzeitig das Aus für eine Kantonsschule in Affoltern am Albis.