7:45 Uhr

Mit einer grossen, rosafarbenen Schultüte steht Viola vor der Haustüre. Mama und Papa machen ein Erinnerungsbild für das Familienalbum. Es bleibt noch etwas Zeit, bevor die Familie zum ersten Schultag von Viola in das Schulhaus Wolfsmatt in Dietikon aufbricht.

Im Wohnzimmer wird die Schultüte nochmals genau inspiziert. Stolz zeigt Viola deren Inhalt. Ein Stoffkätzchen, das sie daraus hervor geholt hat, darf die Schülerin nun an ihrem grossen Tag begleiten. Es soll ihr Glück bringen.

Die Erstklässlerin freut sich am meisten auf den Schwimmunterricht und darauf, dass sie «Ufzgi» machen darf, wie sie sagt. Damit sie aber ihre Aufgaben auch erledigen kann, musste sie am Tag zuvor noch ihren Schreibtisch aufräumen.

«Ich brauche Platz, um meine Aufgaben machen zu können», sagt sie. Nicht nur das Pult ist bereit, sondern auch der Thek. «Der Osterhase hat ihn unter dem Kopfkissen versteckt», so die Erstklässlerin. Der Thek ist mit drei Pinguinen verziert. «Das sind Mama, Papa und Viola», sagt sie.

Viola freue sich schon sehr lange auf die Schule, sagt Mutter Bettina Helbling. «Sie wollte sogar früher aus den Ferien abreisen», sagt sie lachend. Sonst würde sie die Ferien immer sehr geniessen und gerne ein paar Tage länger bleiben.

«Dieses Jahr fragte sie schon zwei Tage vor Ferienende, wann wir endlich nach Hause reisen.». Die beiden Eltern begleiten Viola an ihrem grossen Tag. «Die Einschulung ist schon ein grosser Schritt. Es wird eine Umstellung sein», sagt Bettina Helbling. Ihr Mann Urban stimmt ihr zu.

8:05 Uhr

Viola zappelt auf ihrem Stuhl herum, kaut an ihrer Halskette. Sie will, dass es endlich losgeht. Als sich die Drei auf den Weg zum Schulhaus Wolfsmatt machen, möchte Viola dann aber doch lieber an der Seite ihrer Eltern bleiben, anstatt mit einer Freundin voraus zu gehen.

Den Schulweg kennt sie bereits, da der Kindergarten, den sie besucht hat, gleich in der Nähe liegt. Ausserdem durfte sie ihre Primarlehrerin Sabrina Iacona vor den Sommerferien besuchen, um sie und das Klassenzimmer kennenzulernen.

Violas Schulweg ist kurz. Er dauert nur fünf Minuten. Bereits am Nachmittag wird ihn Viola ohne die Eltern, dafür gemeinsam mit einer Freundin zurücklegen.

8:15 Uhr

Viola steht nun etwas schüchtern auf dem Schulhausplatz und schaut sich um. Die älteren Kinder rennen lärmend auf dem Pausenplatz umher.

Nur die Erstklässler stehen noch etwas verloren vor den Schulhaustüren herum. Violas Eltern begrüssen Bekannte, deren Kinder ebenfalls eingeschult werden. Den Erwachsenen ist die Nervosität noch nicht anzumerken.

Die Aufregung zeigt sich erst, als sie das richtige Schulzimmer auf Anhieb nicht finden.

8:20 Uhr

Die erste Schulstunde hat für Viola und ihre neun Klassenkameraden begonnen. Die Erstklässler sitzen mit grossen Augen an ihren Pulten und lauschen den Begrüssungsworten ihrer Lehrerin. Sie erklärt ihnen die Funktion der Kontaktmappe, mit der die Lehrerin den Kindern Informationen für die Eltern mitgibt.

8:30 Uhr

Die Kinder bekommen bereits die erste Aufgabe. In das neue, blaue Zeichenheft sollen sie ihr schönstes Ferienerlebnis zeichnen.

Viola dreht sich zu ihren Eltern um und flüstert: «Ich weiss, was ich mache.» Sie zeichnet die Rodelbahn, die sie mit ihren Eltern besucht hat. Auch die Gondeln der Seilbahn sowie eine strahlende Sonne finden den Weg in Violas Heft.

8:40 Uhr

Die Eltern verabschieden sich vorerst von ihren Sprösslingen. Sie werden nun einen Parcours absolvieren, auf dem sie die verschiedenen Dienste der Schule wie beispielsweise die Randzeitenbetreuung oder den schulpsychologischen Dienst kennenlernen.

Währenddessen dürfen die Kinder in einen Kreis sitzen und einander von ihren Ferienerlebnissen berichten.

10:00 Uhr

Viola hat ihren ersten Schulmorgen absolviert. Strahlend erzählt sie den Eltern, was sie während deren Abwesenheit gemacht hat. Dann geht die Familie nach Hause, wo zur Feier des Tages Violas Lieblingsessen zum Zmittag serviert wird: Chicken Nuggets mit Kroketten.