Ramona Miotti strahlte trotz des strömenden Regens und tiefen Temperaturen an diesem Samstagabend. «Wir sind sehr erleichtert», gab sie zu. Mit 3:0 hatten sie und ihre Kolleginnen vom Nationalliga-B-Team der Frauen des FC Schlieren soeben gegen Walperswil gewonnen. Miotti selbst hatte den Grundstein für den Erfolg der Limmattalerinnen gelegt, als sie schon nach sechs Minuten das 1:0 erzielte. Die Schlieremerin war links freigespielt worden und traf über Walperswils Torhüterin Laura Van Seeters hinweg in die hohe Ecke. «Ich habe einfach mal draufgehauen», meinte sie und fügte hinzu: «Wir hatten uns vorgenommen, hoch zu pressen und es auch aus der Distanz zu versuchen.»

Eine Taktik, die gegen Walperswil aufging. Die Schlieremerinnen kamen zu einigen guten Chancen und hätten wenige Minuten nach Miottis Treffer bereits mit 2:0 führen können, wenn Marina Radulovics Torschuss nicht von Van Seeters abgewehrt geworden wäre. Doch auch Walperswil hatte gute Möglichkeiten, die beste in der ersten Hälfte nach einer halben Stunde, als Kim Lara Bärfuss allein auf Schlierens Torhüterin Sibylle Schmitter zulief, diese aber den Schuss halten konnte. Chance vergeben – und schon gings wieder in die andere Richtung in dieser abwechslungsreichen und sehr offensiv geführten Partie. Denn nur drei Minuten später scheiterte Schlierens Priska Conte an der Torumrandung, als ihr Ball an die Latte prallte.

Kurz vor der Pause gelang den Limmattalerinnen doch noch der zweite Treffer. Bei einem Angriff der Schlieremerinnen eilte Van Seeters etwas überhastet aus ihrem Tor und irrte im Strafraum herum, während ein Schlieremer Pass bei Münever Akyol landete und diese den Ball nur noch einzuschieben brauchte – 2:0 für die Schlieremerinnen, und das völlig verdient.
In der zweiten Halbzeit vergab vor allem Miotti einige gute Möglichkeiten, doch auch Akyol sündigte im Abschluss, als sie einmal eine Flanke verpasste, einmal verzog und einmal den Ball nicht scharf genug auf den gegnerischen Kasten brachte. Von Walperswil war in dieser Phase nicht mehr viel zu sehen. Die Bernerinnen kamen nur noch zu zwei erwähnenswerten Torchancen.

Die Schlieremerinnen kontrollierten das Geschehen auf dem Platz. Und in der Schlussphase der Partie vermochten sie noch einmal nachzulegen: Patrizia Dreyer stand bei einem Querpass durch den Strafraum goldrichtig und traf zum 3:0 – das Spiel war entschieden.

Im Cup ausgeschieden

Ein klarer Sieg also, den man angesichts des bisherigen Saisonverlaufs der Schlieremerinnen nicht hätte erwarten können. Denn nach der Niederlage gegen St. Gallen-Staad und dem Unentschieden gegen Derendingen-Solothurn warteten die Limmattalerinnen in der Meisterschaft auf ihren ersten Sieg. Im Cup schieden sie sogar aus, als sie vor einer Woche gegen Erstligist Rapperswil mit 4:5 nach Verlängerung verloren. «Wir müssen nicht traurig sein, dass wir im Cup ausgeschieden sind», meinte Schlierens Trainer Aziz Aniba. «Es ist besser, in der Meisterschaft als im Cup zu gewinnen.»

Trendwende bei Schlieren?

In der Meisterschaft scheinen Anibas Spielerinnen jetzt in die Spur gefunden zu haben. «Wir haben in den letzten beiden Wochen gut trainiert», lobte der Schlieremer Trainer. «Das Team hat Fortschritte gemacht. Das hat man gegen Walperswil gesehen: Wir standen defensiv besser und kompakt.» Um die Offensive mache er sich sowieso keine Sorgen: «Wir haben in drei Meisterschaftsspielen acht Tore geschossen. Da sind wir sehr stark.»

Dass die Schlieremerinnen nun endlich einen klaren Sieg einfahren konnten, hängt laut Miotti gleich mit mehreren Faktoren zusammen. «Wir hatten bisher viele Verletzte zu beklagen», meinte sie. So war unter anderem bisher auch Sanja Mijovic ausgefallen, die Goalgetterin der vergangenen Jahre, die gegen Walperswil erstmals in dieser Saison zum Einsatz kam. Doch Miotti sieht noch einen zweiten Grund für den Erfolg: «Wir beherrschen das neue Spielsystem immer besser.»

Nun hofft man bei den Schlieremerinnen, dass das Spiel gegen Walperswil eine Trendwende einleitet. «Vielleicht ist der Knopf ja jetzt aufgegangen», sagte Aniba. Und Miotti meinte: «Das Resultat gibt uns auf jeden Fall Auftrieb.»