Kälte

Erst der Hagelsturm, jetzt die Eiseskälte

Weinbauer Peter Vogler schneidet doppelt so viele Triebe an, wie sonst üblich.Fotos: Katja Landolt

Weinbauer Peter Vogler schneidet doppelt so viele Triebe an, wie sonst üblich.Fotos: Katja Landolt

Die Natur stellt die Weininger Rebbauern auf eine harte Probe: Im Juli hinterliess ein Hagelsturm eine Schneise der Verwüstung, jetzt herrscht eine Eiseskälte, wie es sie seit Jahrzehnten nicht mehr gab.

Die Rebstöcke brauchen diesen Frühling eine besonders schonende Pflege. Und die Bauern müssen einen Mehraufwand in Kauf nehmen.

Mit schweren Stiefeln und Fellmütze steht Weinbauer Peter Vogler im Rebberg. Probehalber biegt er einige Triebe um. Es knistert und knackt im trockenen Holz, aber der Trieb hält. «Wir haben trotz der schweren Hagel-Verletzungen der Pflanzen glücklicherweise nur wenige Brüche», sagt Vogler. Wie sich die Kälte auf die Rebstöcke auswirken werde, sei aber noch nicht klar.

Alte Stöcke sollten Kälte aushalten

Seit Tagen herrschen Temperaturen von minus 15 Grad, in den Senken ist es noch kälter. Einjährige Triebe könnten die Kälte nicht überstehen, befürchtet Vogler. Insbesondere dann, wenn die Veredlungsstellen, also der Ort, wo die Triebe aufgepfropft werden, nicht durch Erde oder Schnee geschützt sind.

«Die alten Stöcke aber sollten diese Temperaturen eigentlich aushalten», so Vogler. Weil die Rebstöcke wegen des Hagels aber etwas angeschlagen sind, schneide er doppelt so viele Triebe an, wie sonst üblich. Für den Notfall: «Ich lasse lieber zu viel stehen als zu wenig», sagt Vogler. Schlagen die Haupttriebe im Frühjahr aus, könne er die überflüssigen Reservetriebe immer noch abschneiden.

«Mitte Januar 1985 massen wir minus 21 Grad»

Noch kälter als jetzt war es nur vor 25 beziehungsweise 27 Jahren: «Mitte Januar 1985 massen wir minus 21 Grad, im Januar 1987 minus 23 Grad», so Vogler. 1985 habe er erstmals die «Augenprobe» machen müssen: Mehrere Triebe abgeschnitten, auftauen lassen und dann die Knospen, die so genannten Augen, längs aufgeschnitten.

«Wenn die Augen grün sind, ist der Trieb gesund, ist er braun, ist er kaputt.» Diese Augenprobe wird Vogler auch heuer durchführen. «Dieses Jahr müssen wir einen gewissen Mehraufwand in Kauf nehmen», sagt Vogler. «Da ist nichts mit husch, husch. Jetzt müssen wir auf die Rebstöcke Acht geben.»

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