Das Projekt der Entwässerung Fahrweid war Anfang Jahr ins Stocken geraten: Der genehmigte Kredit von 11,2 Millionen Franken reichte nicht aus. Nachdem die Detailprojekte erarbeitet und die Aufträge vergeben waren, zeigte sich, dass das Vorhaben 6,2 Millionen mehr kostet. Diese Kostensteigerung war darauf zurückzuführen, dass das federführende Ingenieurbüro die Kosten einfach zu tief veranschlagt hatte.

Dies hat inzwischen auch eine Zweitmeinung bestätigt: Die drei Bauherren – die Gemeinden Geroldswil und Weiningen sowie die Limeco – hatten eine entsprechende Expertise eingeholt. «Das Ingenieurbüro hat sich bereit erklärt, die entstandenen Umtriebe der Bauherrschaft vollumfänglich zu erstatten», sagt Michael Deplazes (parteilos), Gemeinderatspräsident von Geroldswil. Bei diesen Umtrieben handelt es sich um die Ausgaben für die Expertise und Aufwendungen, welche durch den Projektstopp entstanden sind. Weitere Zusatzkosten – etwa durch eine eingetretene Bauteuerung – sind nicht entstanden, da das Projekt nicht lange blockiert war, wie Deplazes sagt. Die Mehrkosten für das eigentliche Projekt verbleiben natürlich, da sie für den Bau ohnehin anfallen, bei den Bauherren. Die Gemeinden Geroldswil und Weiningen sowie die Limeco haben den Zusatzkredit bereits im Januar genehmigt.

Keine Änderungen am Projekt

Das Vorhaben wird nun trotz der falschen Kostenschätzung mit den bislang involvierten Personen fortgeführt. «Da die Expertise der Projektierung ansonsten gute Qualität attestiert, steht der weiteren Zusammenarbeit mit der eingesetzten Gesamtprojektleitung in diesem anspruchsvollen Bauprojekt nichts im Weg», heisst es in einer gestern versandten Mitteilung. «Das Projekt Entwässerung Fahrweid hat gegenüber der ursprünglichen Vorlage keine wesentlichen Änderungen erfahren», hält denn auch Mario Okle (parteilos), Gemeindepräsident von Weiningen, fest. Es werde so umgesetzt, wie es bei der Abstimmung vor zwei Jahren versprochen worden sei.

Die Vorarbeiten für das Kanalisationsprojekt sind abgeschlossen. Ab Mai beginnen nun die Hauptarbeiten, die anderthalb Jahre dauern werden. Ein grosser Teil der Kanäle wird im Untergrund im Micro-Tunnelingverfahren erstellt: «Es wird nicht die ganze Strecke aufgerissen, sondern es werden in Abständen von 150 bis 380 Metern Zugänge gegraben, wo spezielle Tunnelmaschinen in den Untergrund abgesenkt werden und sich von dort durch den Untergrund fräsen», sagt Deplazes. Damit würden Passanten und Anwohner weniger eingeschränkt, es gebe weniger Verkehrsbehinderungen.

Wie am Gotthard – nur kleiner

Für das Entwässerungsprojekt in der Fahrweid sind sieben Zugangsschächte nötig. Zwischen Austrasse und Querstrasse erfolgt entlang der Fahrweidstrasse der längste unterirdische Abschnitt mit einer Länge von 380 Metern. Zum Einsatz gelangt eine Tunnelbohrmaschine wie beim Bau des Gotthardtunnels, heisst es in der Mitteilung. Sie sei einfach etwas kleiner – der Durchmesser der Bohrmaschine in der Fahrweid wird knapp anderthalb Meter aufweisen, der Bohrschild im Gotthard war rund zehnmal grösser.

Die drei Bauherren werden über den Bauverlauf und die damit verbundenen Verkehrseinschränkungen laufend informieren.