«Carlos» bleibt bis auf weiteres im Gefängnis Limmattal: Das Zürcher Obergericht hat am Donnerstagmorgen sein Gesuch um Entlassung abgelehnt.

Der Anwalt will den Entscheid des Zürcher Obergerichtes aber nicht akzeptieren: Er hat noch am Donnerstag beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. So will der Anwalt erreichen, dass der 17-jährige doch noch per sofort freigelassen wird. Der Jugendliche sitzt seit Freitag im Gefängnis Limmattal.

Positive Entwicklung

Noch beim Obergericht hängig ist eine normale Beschwerde gegen die Inhaftierung. Auch über diese entscheidet das Obergericht - voraussichtlich innert zwei Wochen.

Der Anwalt hat kein Verständnis für die Versetzung hinter Gitter. Alle involvierten Fachleute hätten «Carlos» in den letzten Monaten «erhebliche positive persönliche, soziale und kognitive Entwicklungen» attestiert.

Bis zu seiner Verhaftung am letzten Freitag in Zürich wohnte der 17-jährige zusammen mit einer Betreuerin in einer Wohnung im Kanton Basel-Landschaft. Der Anwalt hat kein Verständnis für die Versetzung hinter Gitter. Alle involvierten Fachleute hätten «Carlos» in den letzten Monaten «erhebliche positive persönliche, soziale und kognitive Entwicklungen» attestiert.

Zürcher Regierung informiert am Freitagnachmittag

Der Fall «Carlos» löste eine öffentliche Diskussion über Form und Kosten des Jugendstrafvollzuges aus. Für Unmut sorgten vor allem die Kosten von 29000 Franken pro Monat, die für die Betreuung des Jugendlichen anfallen.

«Carlos» sorgte am Montag auch im Zürcher Kantonsrat für geharnischte Stellungnahmen und eine Diskussion über «Kuscheljustiz». Justizdirektor Martin Graf (Grüne) überprüft nun den Fall und wird die Ergebnisse am Freitagnachmittag präsentieren. (sda)