Wer zuletzt lacht ...

Eingesperrt oder doch nur Einbildung? – So plant unser Kolumnist seine Flucht aus der Quarantäne

Der Schlieremer Martin von Aesch erzählt in seiner Coronakolumne «Wer zuletzt lacht...», welche Assoziation er beim Thema Quarantäne hat. (Symbolbild)

Der Schlieremer Martin von Aesch erzählt in seiner Coronakolumne «Wer zuletzt lacht...», welche Assoziation er beim Thema Quarantäne hat. (Symbolbild)

Manche können mit der momentanen Situation in Quarantäne besser umgehen als andere. Der Schlieremer Martin von Aesch erzählt im neunten Teil seiner Coronakolumne «Wer zuletzt lacht...», wie er auf das Thema Quarantäne zu sprechen ist.

Hin und wieder tauchen in meinem Hirn echt seltsame Sachen auf. Einfach so. Wie aus dem Nichts. Doch ohne mich zu fragen, warum ich diese Art Erscheinungen habe, beginne ich sofort, ziemlich intensiv daran herumzustudieren.

Zurzeit habe ich andauernd das Gefühl, einzusitzen. Dass ich also weggesperrt worden bin. In meinen Gedanken befinde ich mich in einer Zelle, allein, und versuche, die Zeit totzuschlagen. Was auf den geschätzten zehn Quadratmetern gar nicht so einfach ist. Raus darf ich nur für eine Stunde täglich. Für den Hofgang. Aber auch dies allein.

Schon am zweiten Tag kommt mir Walter Stürm in den Sinn, dem es achtmal gelungen ist, zu türmen. Hat er nicht das eine Mal einen  Zettel hinterlegt, auf dem stand: Bin Ostereier suchen gegangen? Natürlich beginne ich auch an die grossen Filme zu denken, die von zum Teil raffinierten Abgängen handeln. Da wäre zum Beispiel «Down by Law», einer meiner Lieblingsstreifen. Oder dann «Die Verurteilten».

Ebenfalls ein grossartiges Werk. «The Great Escape» muss an dieser Stelle auch erwähnt werden. Dies ist übrigens der einzige der drei, in dem es nicht alle schaffen, in die Freiheit zu gelangen. Aber sonst gelingt es immer. Was aber auch nicht erstaunlich ist, denn es wird von Helden berichtet, die hinter Gittern sassen. Und ich bin kein Held.

Flucht ist aber auch deshalb keine echte Option für mich, weil ich gar nicht weiss, wie ich es anstellen sollte. Einfach rausschleichen? Am Wärter vorbei, der irgendwie Alain Berset ähnlich sieht? Oder ein Loch buddeln? Zehn Meter in die Tiefe und dann unter der ganzen Gefängnisanlage durch. Das wäre viel zu anstrengend.

Irgendwann realisiere ich, dass die Situation ausweglos ist. Dass ich in meiner Zelle ausharren muss, bis ich entlassen werde. Seltsame Gedanken. Das müssen Sie zugeben. Aber wieso spukt so etwas Absurdes in meinem Hirn herum? Und warum gerade jetzt in diesen schwierigen Zeiten? Darüber sollte ich wohl auch einmal nachdenken. 

Martin von Aesch

Der Schlieremer Martin von Aesch gehört als AHV-Positiver zur Corona-Risikogruppe. Hier überlegt er sich, wie er trotz der Krise den Humor nicht verliert.

Der Schlieremer Martin von Aesch gehört als AHV-Positiver zur Corona-Risikogruppe. Hier überlegt er sich, wie er trotz der Krise den Humor nicht verliert.

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