Wie schmeckt eine Suppe mit 60 Zutaten? Diese Frage wurde am Freitag in der Dietiker Schule Fondli beantwortet. Zum Abschluss der Projektwoche «In fünf Tagen um die Welt» gab es zum Mittagessen eine Welt-Suppe: Aus jeder der im Schulhaus vertretenen Nationen wurde eine Zutat ausgewählt. So entstand eine Suppe mit Geschmäckern aus aller Welt. Sie wurde vegan und glutenfrei, damit alle sie geniessen konnten.

Die Idee stammt von Sabina Killer und Alessia Zanetti vom Elternforum. Schon länger hatten die beiden eine Suppe erfinden wollen. «Es ist eine wahrgewordene Metapher: Wir wollten die vielen Nationalitäten vermischen – nicht nur im übertragenen Sinn», sagt Zanetti. So wolle man zeigen, wie gross die Harmonie an der Schule unter den Nationalitäten sei.

Versalzen zu viele Köche nicht die Suppe? «Derart viele Zutaten für ein einziges Gericht zu verwenden, das dazu noch gut schmecken soll, war ein schwieriges Unterfangen», sagt Killer. So holten sich die beiden Mütter Hilfe von Koch Toni Giannini, mit dem sie das Rezept erstellten. Am Vorabend zerkleinerten sie zusammen das Gemüse und kochten die Suppe, die am Freitag in einem Topf im Brunnen des Schulhauses aufgewärmt und serviert wurde.

Die Schüler stellten die beschrifteten Schürzen, die die Mütter eigens für sie erstellt hatten, stolz zur Schau. Die Suppe kam gut an: «Es ist eine super Sache. Die Suppe schmeckt sehr lecker», fand ein Besucher, dessen sechsjähriger Sohn zum ersten Mal an der Projektwoche teilnahm. «Er war begeistert», sagte er weiter.

Schüler waren sehr motiviert

Die Welt-Suppe war das spektakulärste, aber noch lange nicht das einzige kulinarische Angebot. Mithilfe von Lehrerinnen und Lehrern stellten die im Gesicht mit den entsprechenden Flaggen bemalten Fondli-Schüler ein ganzes Food-Festival auf die Beine. Es erstreckte sich durch beide Schulhäuser. Es wurden albanische, argentinische, asiatische, amerikanische und viele weitere Spezialitäten in kleinen Häppchen angeboten.

Olivier Hubacher, Lehrer an der Schule Fondli, betrieb mit seiner Gruppe den «American Food»-Stand. «Die Vorbereitungen waren sehr intensiv und die Kinder sehr aufgeregt. Sie waren motiviert und haben super mitgemacht», sagt er. Sie hätten sich auch mit der amerikanischen Kultur auseinandergesetzt und dabei nicht schlecht gestaunt.

«Es ist nicht selbstverständlich, dass wir so etwas machen können. Die Schüler spüren das und zeigen uns, dass sie dankbar dafür sind», sagte Hubacher. Dieser Tag zeige, wie viel man gemeinsam erreichen könne. «Die Stärke der Schule ist, dass Kinder aus verschiedenen Kulturen harmonisch zusammenleben», sagt René Hartnack, Vater einer Schülerin im Fondli.

Die Stimmung auf dem Pausenplatz und in den Schulhäusern war ausgelassen. Die Kinder sprangen umher und präsentierten stolz ihre zubereiteten Köstlichkeiten. «Heute geht niemand mit Hunger nach Hause», sagt Schulleiterin Susanne Weinmann. Schon nach ungefähr einer halben Stunde waren sämtliche Tische leergeräumt und die Mägen gesättigt. Anschliessend trafen die Schüler sich auf dem roten Platz zu einem Fussballspiel – durchmischt und stolz darauf, wie das Fondli eben ist.