Schlieren

Eine spezielle Art, ins neue Jahr zu wechseln: Läufer aus 51 Nationen nehmen am Neujahrsmarathon teil

Rund 1100 Läuferinnen und Läufer werden am 16. Zürcher Neujahrsmarathon antreten.

Rund 1100 Läuferinnen und Läufer werden am 16. Zürcher Neujahrsmarathon antreten.

Der 16. Neujahrsmarathon steht bevor. Von Schlieren aus rennen die Läuferinnen und Läufer bei tiefen Temperaturen der Limmat entlang.

Während viele den Rutsch ins neue Jahr gemütlich mit der Familie und mit Freunden feiern, suchen andere eine etwas aussergewöhnlichere Art und Weise, ins nächste Jahr zu wechseln. Für Letztere bietet sich die Teilnahme am Zürcher Neujahrsmarathon an, der bereits zum 16. Mal stattfindet. Er startet genau zum Jahreswechsel um Mitternacht in der Sporthalle Unterrohr in Schlieren. Anschliessend führt der Lauf der Limmat entlang und endet wieder am Startpunkt. Neben dem Marathon kann auch in den Kategorien Halbmarathon, Viertelmarathon, Team-Run und Kids-Run angetreten werden.

«Die Strecke ist seit zehn Jahren unverändert», erklärt Roger Kaufmann, Präsident des Organisationskomitees des Neujahrsmarathons. Ursprünglich habe er versucht, den Marathon auf dem Hönggerberg starten zu lassen. Doch das war nicht möglich, da gemäss Wildhüter die Rehe im Wald durch die Veranstaltung aufgeschreckt werden könnten.

Der Marathon hat Jahr für Jahr mehr Teilnehmer

Stattdessen entschied sich das Team um Kaufmann für die Strecke entlang der Limmat. «Jemand aus dem Organisationskomitee empfahl diese Route, da er selbst dort jeweils rennen geht», sagt Kaufmann. Dies entpuppte sich als die bessere Wahl. Denn das Limmatufer habe den Vorteil, dass kaum Schnee liegt und dass auf der gesamten Strecke keine Strassen überquert werden müssen.

Vor 16 Jahren hatte Kaufmann mit einigen Freunden die Idee, an Neujahr einen Marathon zu organisieren. «Wir rechneten bei der ersten Durchführung mit 20 Läufern, stattdessen kamen 200», sagt er. Seither ist der Anlass stets gewachsen. Für den Halb- und den Viertelmarathon habe man mittlerweile die Teilnehmerzahl limitieren müssen. Die Läuferzahl für den Marathon sei zurzeit zwar nicht limitiert, doch auch dort stosse man an die obere Grenze: «Wir erwarten rund 1100 Läuferinnen und Läufer. Viel mehr ist nicht möglich.»

Manche unterschätzen die harten Bedingungen

Kaufmann kann die Teilnahme am Neujahrsmarathon jedem Sportfan empfehlen: «Es ist ein grossartiger Anlass, den man nicht so schnell vergisst.» Insbesondere freue es ihn, dass Leute aus der ganzen Welt daran teilnehmen. Zurzeit seien Läuferinnen und Läufer aus 51 Ländern angemeldet. Für die Sportlerinnen und Sportler aus dem Ausland biete sich der Neujahrsmarathon an: «Viele besuchen über die Weihnachtstage Verwandte in der Schweiz oder in umliegenden Ländern und sehen sich dann nach sportlichen Veranstaltungen um.»

Der OK-Präsident weist aber auf die harten Bedingungen des Marathons hin. Da man in der Nacht läuft und es mitten im Winter ist, sollten sich die Läuferinnen und Läufer warm anziehen. Insbesondere Sportler aus wärmeren Klimazonen seien sich nicht an diese harten Bedingungen gewöhnt: «Es gab Leute, die mit kurzer Hose angetreten sind und nach der Hälfte wegen Unterkühlung abbrechen mussten.»

Roger Kaufmann ist selbst begeisterter Laufsportler. Doch am Neujahrsmarathon ist er noch nie mitgerannt. «Als OK-Präsident muss ich stets verfügbar sein, falls jemand wegen des Lärms die Polizei holt oder falls sich jemand verletzt.» Er hätte aber nichts dagegen, das Amt des OK-Präsidenten abzugeben und selbst als Läufer am Marathon anzutreten.

Die Speaker laufen am Team-Run mit

Am diesjährigen Neujahrsmarathon wird der vierfache Rad-Weltmeister Franco Marvulli zusammen mit der Radiomoderatorin Simone Honegger und dem Ironman-Triathlet Alain Helfenstein als Speaker tätig sein. Die drei Speaker werden zudem am Team-Run mitlaufen. Abwechselnd wird jemand von ihnen laufen, während die beiden anderen die Durchsagen machen.

Bereits jetzt ist Kaufmann den Helferinnen und Helfern dankbar, die dem Organisationskomitee tatkräftig unter die Arme greifen. Denn ohne sie wäre die Durchführung des Zürcher Neujahrsmarathons nicht möglich. «Mit 60 bis 70 Helfern sind wir grundsätzlich sehr gut aufgestellt. Es fehlt uns zurzeit einzig noch an Leuten, die ab vier Uhr morgens beim Aufräumen helfen.»

Autor

Manuel Reisinger

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