Umbau

«Eine saubere Sache»: Die Birmensdorfer Kläranlage ist gerüstet für die Zukunft

Im Tal der Reppisch liegt die Kläranlage Birmensdorf: Ihre Kapazität ist nun auf 33 000 Einwohner ausgelegt – dies sollte theoretisch bis ins Jahr 2035 reichen.

Die Abwasserreinigungsanlage Birmensdorf ist für 25,6 Millionen erweitert worden. Diesen Samstag kann sie besichtigt werden.

Am späten Freitagnachmittag ist die Abwasserreinigungsanlage (Ara) Birmensdorf nach einem fünfjährigen Um- und Ausbau offiziell eingeweiht worden. Ringo Keller, Birmensdorfer Gesundheitsvorstand (SVP) und Präsident des Zweckverbandes Kläranlage, konnte dabei eine positive Bilanz ziehen. Er sprach denn auch von «einer sauberen Sache». So verlief die intensive Bautätigkeit, an der rund 110 verschiedene Unternehmen beteiligt waren, ohne Unfälle. Zudem dürfte die Abrechnung am Ende innerhalb des von den Zweckverbandgemeinden gesprochenen Kredits von 25,6 Millionen Franken bleiben. «Es zeichnet sich eine Punktlandung ab», meinte Keller gestern. Schliesslich sei die Ara an der Reppisch nun auch für die Zukunft gerüstet.

Ausbau wegen Bauboom

Mit dem erfolgten Ausbau ist die Kapazität der Ara so ausgelegt, dass sie für ein Einzugsgebiet von 33'000 Einwohnern ausreicht. Dies sollte angesichts der Prognosen bis ins Jahr 2035 genügen. Zuvor war die Anlage für 26'700 Einwohner bereit. Die Zahl der Bewohner im Ara-Gebiet, das vom Türlersee bis nach Birmensdorf reicht, war in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als erwartet. Dies spiegelte sich in der Zulaufbelastung nieder. Die biologische Reinigung verfügte noch über Reserven von rund fünf Prozent.

Zudem war unter anderem auch das Regenüberlaufbecken relativ knapp bemessen. Nun kann es 2000 Kubikmeter aufnehmen, vier Mal mehr als zuvor, wie Ara-Betriebsleiter Stefan Mathieu auf einem Rundgang durch die neue Anlage sagte. «Es muss aber nur 30 Minuten heftig regnen, dann ist es voll.»

Gemeinderat Ringo Keller (links) begrüsst die Gäste, während Ara-Betriebsleiter Stefan Mathieu darauf wartet, das obligate rote Band durchschneiden zu können.

Der Aus- und Umbau der Ara, der auch den Neubau des Betriebsgebäudes, die Sanierung der Biologiebecken und die Erstellung eines neuen Rechengebäudes umfasste, wurde im Februar 2014 gestartet. Die Planung war laut Keller komplex; es musste ja stets gewährleistet bleiben, dass das Abwasser aus den beteiligten Gemeinden weiterhin gereinigt werden konnte.
Die Arbeiten wurden deshalb über fünf Jahre und in drei Etappen ausgeführt. So wurden beispielsweise zunächst die beiden zusätzliche benötigten Nachklärbecken erstellt, bevor die bestehenden vorübergehend ausser Betrieb genommen und saniert wurden.

Die nächste Etappe steht schon an

Die Abwasserreinigungsanlage Birmensdorf hatte 1973 ihren Betrieb aufgenommen. Sie wurde seither mehrmals erweitert und umgebaut. Zu ihr gelangt das Abwasser aus Birmensdorf sowie den weiteren angeschlossenen Verbandsgemeinden Aesch, Bonstetten, Stallikon, Uitikon und Wettswil. Zudem fliesst das Abwasser aus dem kleinen Aeugster Dorfteil Aeugstertal nach Birmensdorf.

Eine Ara ist mehr als die sichtbaren Klärbecken: Unterirdisch verlaufen lange, breite Tunnels, in denen unter anderem Pumpen und viele Leitungen installiert sind.

Ein nächster Ausbauschritt steht auf dem Areal der Kläranlage bereits bevor. Es muss eine weitere Reinigungsstufe installiert werden, damit neu Mikroverunreinigungen aus dem Wasser gelöst werden können. Diese Rückstände aus organischen Chemikalien – etwa von Medikamenten, Reinigungsmitteln oder Pestiziden – können sich nachteilig auf Wasserlebewesen auswirken und die Trinkwasserressourcen belasten. Gerade Kläranlangen an Seen oder Flüssen müssen entsprechend aufgerüstet werden. Die ersten Abklärungen und Vorarbeiten seien bereits getätigt worden, sagte Ringo Keller am Freitag auf Anfrage. Er geht davon aus, dass diese weitere Reinigungsstufe, für die auf dem Ara-Areal noch Platz vorhanden ist, rund 8 Millionen Franken kosten wird. Die Verbandsgemeinden werden davon einen Viertel tragen müssen. 75 Prozent der Kosten werden von einem speziellen nationalen Fonds übernommen.

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