Lange Traditionen, Körperbeherrschung und eine Schule fürs Leben. Dies sind nur einige der vielen Gründe, welche Leute mit Affinität für asiatische Kampfkünste oft aufzählen. So auch Thierry Thaler, welcher selber Ninpo in Birmensdorf unterrichtet. Ninpo, eine Kampfkunst, welche nur Wenigen ein Begriff ist, da es in der enorm grossen Diversität der asiatischen Kampfkünste nur eine kleine Anzahl an Schülern in Anspruch nimmt.

Szenen aus dem Training der Ninpo-Kampfsportart

Szenen aus dem Training der Ninpo-Kampfsportart

Thaler ist sich aber sicher, dass mehr Leute dafür begeistert werden könnten: «Ninpo hat viele Aspekte, welche es zu etwas Besonderem machen. Anders als beim Judo zum Beispiel sind bei uns Schläge erlaubt, und da wir keine Wettkämpfe austragen, steht nicht nur der sportliche Aspekt im Vordergrund wie bei anderen Künsten.» Dies erkennt man auch schon am Anfang des Trainings. Zuerst wird meditiert und mental eingestimmt, um dann mit japanischen Worten das Training einzuleiten.

Nachher geht es mit dem körperlichen Aspekt weiter. Der Birmensdorfer zeigt seinen Schülern, wie man sich im Notfall verteidigen kann. Angst, dass seine Schüler diese Techniken falsch einsetzen könnten, hat er aber nicht, wie er erzählt: «Wir haben bei uns keine schlechten Erfahrungen gemacht. Leute, die zu uns kommen, bleiben entweder nur ganz kurz oder dann für eine lange Zeit. Leute, welche aktiv den Weg des Ninpo einschlagen, machen dies auch wegen dem Spirituellen und lernen die Kunst nicht um sich dann auf der Strasse zu prügeln.»

Thaler, welcher selber am Vertiefen seiner Kenntnisse ist, verneint auch ganz klar die Endlichkeit des Studiums des Ninpo: «Man hört nie auf, zu lernen, und das ist so faszinierend an dieser Kunst. Sie besteht aus einer Vielzahl an waffenlosen und bewaffneten Kriegskünsten, welche von Grossmeister Tanemura Sensei unterrichtet werden. Ab der Schwarzgurt-Stufe wird einem dann das Studium der ursprünglichen Stile, wie sie bereits vor Hunderten Jahren unterrichtet wurden, ermöglicht.» Wie in jeder Kampfkunst sei es aber erst einmal ein harter Weg, den man gehen müsse, wie Thaler erklärt: «Ich war auch schon in Japan und habe dort an Stunden mit Tanemura teilgenommen. Es war eine ganz besondere Erfahrung.»

Er habe einen Einblick in eine vorher noch unbekannte Kultur erhalten und habe sehr viel gelernt vom japanischen Grossmeister, meint der Limmattaler. Aber er dementiert ein enormes Wissen zu haben: «Ich habe noch einen weiten Weg im Ninpo vor mir, denn es bietet so viele verschiedene Facetten.» Er habe schon andere Kampfkünste praktiziert, aber keine der erlernten Kampfsportarten hätten ihn so faszinieren können wie das Ninpo, oder mit vollem Namen Genbukan Ninpo Bugei, wie der Limmattaler erklärt. Diese Kampfkunst sei mehr als nur Kämpfen ohne Sinn und Zweck, es sei eine infinite Lebensschule, schliesst Thaler ab.