«Wie viel kostet das Elsakleid?», fragt das kleine Mädchen und zeigt auf ein blau schimmerndes Barbie-Kleid, das zwischen anderen Kleidern, Murmeln und Keramikgeschirr auf einer Decke auf dem Boden liegt. Ihre Freundin steht neben ihr und beide Mädchen, etwa sechs oder sieben Jahre alt, warten gespannt auf die Antwort. Das Kleidchen gehört den Schwestern Fries, die heute mit ihrem Bruder Stefan (8) zum «Flohmi für alle» vom Elternverein Unterengstringen gekommen sind.

Michaela (20) und Bernadette (13) sind schon gross und spielen nicht mehr mit Barbies. Sie haben heute bereits ein Puppenhaus verkauft. «Mädchenspielzeug lief am besten. Das Puppenhaus und ein paar Barbies haben wir verkauft», erzählt Michaela. «Und ein wenig Playmobil», fügt Bernadette hinzu. Neben Spielzeug laufen auch geblümtes Keramikgeschirr von der Mama und andere Seltenheiten gut. Bei den Ständen nebenan sieht es ähnlich aus: Viele Kindersachen, aber auch einige Trouvaillen von und für die Eltern.

«Es geht darum, ein Zeichen gegen unsere Wegwerfgesellschaft zu setzen», sagt Alexandra Unternährer vom Vorstand des Elternvereins. Der «Flohmi für alle» wurde jetzt zum dritten Mal organisiert. Für einen Stand braucht man sich vorher nicht anzumelden. Mitgebracht werden darf alles, was nicht mehr gebraucht wird oder was man gerne an andere weitergeben möchte.

«Viele entsorgen lieber direkt»

Leider kämen jedes Jahr verhältnismässig wenige Leute, ist von den Teilnehmenden zu hören. «Viele entsorgen die Dinge, die sie nicht mehr brauchen, gerade direkt», so Unternährer. An diesem Samstag sind es insgesamt acht Stände, die am Flohmarkt etwas anbieten. Käufer gab es nur wenige. Aktiv waren vor allem die Kleinen. Das bestätigt auch Michaela: «Meist kommen die Kinder alleine an den Stand, schauen, verhandeln und gehen dann die Eltern fragen.» So auch beim blau glitzernden Barbie-Kleid. Michaela würde den Mädchen das Kleid schenken. Sie macht ihnen jedoch ein Angebot: Für zwei Franken dürfen sie alle Barbie-Kleider, die auf der Decke liegen, mitnehmen.

Nach kurzer Rücksprache mit den Eltern sind die kleinen Einkäuferinnen wieder da – mit den zwei Franken. Die Kleidchen werden eifrig eingesammelt. Mit vollen Händen und einem grossen Lachen im Gesicht geht es zurück zu den Eltern.

Allgemein wurde laut den Organisatoren an diesem Samstag zwar nicht viel gekauft. Aber Kaffee und Kuchen liefen ziemlich gut. Und beim strahlenden Sonnenschein haben sich die Kinder um den Brunnen auf dem Pausenplatz vor der Unterengstringer Bibliothek versammelt und spontan eine grosse Wasserschlacht gestartet. «Beim ‹Flohmi für alle› geht es auch darum, einfach zusammenzukommen», sagt Unternährer. Es hätten sich heute wieder Eltern mit ihren Kinder getroffen, ausgetauscht und eine gute Zeit gehabt. «Auch das ist wichtig», hält sie fest.