Urdorf

«Ein würdiger Abschluss»: Serenade-Initiant Markus Jud verabschiedet sich in den Ruhestand

Die 27. Serenade war die letzte Aufführung in der Kantonsschule Limmattal für den pensionierten Musiklehrer Markus Jud, der den Traditionsanlass am Schuljahresende einst ins Leben rief.

«Sei unser Gast», singen die Schüler und Schülerinnen der Kantonsschule Limmattal und entführen die Besucher an der diesjährigen Serenade in die Welt des Disneyklassikers «Die Schöne und das Biest». Es ist eine der letzten Darbietungen der anderthalbstündigen Aufführung am Mittwochabend, die trotz tropischer Wetterbedingungen bis zum letzten Platz besetzt ist. Nach und nach folgen die einzelnen musikalischen Darbietungen im Eingangsbereich der Schule und fügen sich zu einem abwechslungsreichen Programm zusammen. Von den sanften Tönen der Querflöten über weiche Gitarrenklänge bis hin zu Saxofon-Auftritten wird viel geboten. Rund 110 junge Erwachsene treten auf und zum ersten Mal wird der gesamte Anlass, der zur festen Tradition am Ende des Schuljahres gehört, im Anschluss mit einem kleinen Apéro gefeiert.

Es ist die letzte Serenade für Initiant Markus Jud, der in diesem Jahr pensioniert wird und sichtlich gerührt das Abschiedsgeschenk und den Applaus nach über 25 geleiteten Serenaden entgegennimmt. Er habe die Leitung für diese 27. Ausgabe bereits abgegeben, sagt er. Es sei ein würdiger Abschluss und er möge sich noch gut erinnern, als die Aufführungen einst draussen stattfanden. Bis einmal aufgrund eines Hitzetages die Geigen derart in Mitleidenschaft gezogen wurden, dass ihr Auftritt abgesagt werden musste. «Ansonsten hat es eigentlich immer geregnet», erzählt er. Nach 35 Jahren als Lehrer an der Kantonsschule Limmattal hat er so manchen jungen Erwachsenen auf dem Lebensweg begleitet: So auch den aktuellen Chorleiter der Schule und des Limmichors, Patrick Elsaid: «Ich war selbst bei Markus Jud Schüler», sagt er. «Die Serenade ist immer ein wunderschönes Erlebnis.»

Chor und Geigen sehr beliebt

Einige Sängerinnen und Sänger würden nach der Kantonsschule zum Limmichor wechseln, weiss Besucherin Ruth Huber aus Schlieren, die selbst in diesem Chor singt und deshalb zum Anlass erschienen ist. Dies liege besonders an der Leitung von Elsaid, sagt sie. Sie habe früher die Serenade schon besucht, als die eigene Tochter noch in Urdorf die Kanti besuchte. Sie sei besonders wegen den gesanglichen Einlagen wiedergekommen: «Ich mag kulturelle Anlässe sehr und ohne das Singen wäre mein Leben um vieles ärmer», sagt Huber. Die Chordarbietungen und der Auftritt der Schülerinnen und Schüler mit den Geigen kommen beim Publikum besonders gut an und ernten viel Applaus.

Die Soloauftritte übernehmen die beiden Maturanden Oliver Keller (18) aus Weiningen und Noah Schmid (18) aus Richterswil: «Die Stimmung unter den Schülern ist geteilt. Manche mögen die Serenade sehr, andere weniger, aber die Auswahl der Stücke ist meist eine gemeinsame Entscheidung», sagt Keller kurz vor dem Start. Man nehme es gelassen und freue sich auf den Auftritt, sagt Schmid: «Die Lehrer wissen ja meistens bereits, wo die Stärken und musikalischen Begabungen von uns liegen.» Wenn alles gut kommt, haben die beiden jungen Männer bald die Matura in der Tasche. «Und sonst sieht man sich nächstes Jahr wieder an der Serenade», sagt Schmid und beide lachen verschmitzt.

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