Aesch
Ein Stück Dorfgeschichte auf DVD gebrannt

Am Freitagabend feierte der Film «888 Jahre Aesch – Ein Dorf im Wandel» von Beat Hebeisen Premiere. Im Laufe der Dreharbeiten hat sich eine spezielle Beziehung zwischen dem Regisseur und dem Dorf entwickelt.

Katja Landolt
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Beat Hebeisen mit den drei Aescher Sparren.Katja Landolt

Beat Hebeisen mit den drei Aescher Sparren.Katja Landolt

Es war purer Zufall: eine Videovorstellung Beat Hebeisens in Mettmenstetten; eine Aescherin im Publikum. Die Idee eines Jubiläumsvideos war geboren, die Umsetzung bald beschlossene Sache. Das war im Frühling 2011. Jetzt ist der Film auf DVD gebrannt, gestern Abend fand zum Festbeginn die Uraufführung statt.

Für Hebeisen war es ein äusserst intensives und gleichwohl spannendes Projekt. Und auch eines mit kleinen Anlaufschwierigkeiten. «Du kommst in ein Dorf und kennst nichts und niemanden. Und du hast einen Auftrag», sagt er und lacht. Als er am 1. August 2011 an der Feier aufgefahren sei und die Aescherinnen und Aescher für ein Statement vor die Kamera hatte bitten wollen, habe er lange warten müssen. Zwei Stunden, bis ein Vater mit seinem Kind auf dem Arm zu ihm kam und sich vor die Kamera stellte. «Dann war der Damm gebrochen», sagt Hebeisen.

Spezielle Beziehung zu Aesch

Hebeisen macht seit 45 Jahren Musik, spielt auf der Bühne mit Videosequenzen. Seit 2009 arbeitet der Wirtschaftsjournalist am Projekt «Menschen – Leidenschaft»; Video-Kurzporträts von bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten.

Über 60 solcher Filme sind seither entstanden. Für Hebeisen ist jedes Porträt eine neue Herausforderung. Insbesondere in der Zusammenarbeit mit Menschen, die noch nie vor einer Kamera gestanden haben, ist Fingerspitzengefühl vonnöten. «Sobald das rote Licht angeht und die Kamera läuft, verändert sich das Gegenüber.» Dann gelte es, unbeirrt weiterzumachen, weiterzusprechen, Vertrauen aufzubauen. Irgendwann gehe die Kamera vergessen, die Leute würden gelöster, wieder sich selber.

Aesch war Hebeisen bis zum Projektstart völlig fremd. Im Laufe dieses Jahres habe sich eine spezielle Beziehung zwischen ihm und dem Dorf und den verschiedenen Exponenten entwickelt. «Die Herzlichkeit und das Vertrauen, das mir die Leute entgegengebracht haben, finde ich grossartig.»