Man kommt nach zehn Jahren nach Hause und da sitzt – als ob sie zum Inventar gehörte – eine Leiche im Zimmer. Die Ausgangslage in «Wohäre mitem Klunker Jack» könnte ungewöhnlicher kaum sein. Dementsprechend überfordert ist Charly Schwarz (gespielt von Roger Peter). Eben erst aus dem Gefängnis entlassen, wird er mit diesem leblos auf der Couch sitzenden Gast konfrontiert. Alles Schütteln und Rütteln ist vergeblich: Klunker Jack will die Zigarre nicht mehr weiterrauchen, die ihm immer noch im Mund steckt.

Die Leiche wirft kein gutes Licht auf Charly und bringt auch seine Frau (gespielt von Monika Schmid) in die Bredouille. Immerhin sind beide überführte Diamentenräuber und der Herr, der keinen Wank mehr macht, entpuppt sich als alter Bekannter von ihnen. Er muss weg! Gleich wie, aber er muss weg! So lautet jetzt die Maxime der Handelnden. Sie sorgte am Samstag für viele Lacher im Gemeindesaal Nassenmatt – und die Theatergruppe Aesch hatte mit der Premiere des Stücks eben erst begonnen. Verschärft wird die Lage vom anrückenden Kommissar (gespielt von Heinz Bren), der ausgerechnet jetzt nach dem Rechten sehen will.

Schnell wird Klunker Jack (gespielt von Hans Thomi) in einem Schrank verstaut. Verschiedene Verzögerungstaktiken verschaffen Zeit, verhindern aber nicht, dass ein riesiger Blutfleck auf der Couch zurückbleibt. Glücklicherweise kann die Gattin noch schnell darauf Platz nehmen und erweist sich als sehr talentiert darin, den Kommissar mit allerlei Nettigkeiten – verbaler und physischer Art – zu verwirren. Nachdem die Leiche zur Unzeit in Aktion getreten und krachend gegen die Schranktür gestürzt ist, muss ein neues Versteck für sie gefunden werden. Hans Thomi spielt die Leiche hervorragend, auch wenn er sich, wie das bei einer solchen Rolle natürlich ist, nicht mit Wortbeiträgen hervortut. Zu liegen kommt er dann in der Badewanne, wo ihn wenig entzückt Charlies Schwester (Silvia Huber) entdeckt. So wird auch sie eingeweiht und muss sich nun als Dritte im Bunde an den morbiden Versteckaktionen beteiligen.

Verwirrter Nachbar

Ein Highlight sind die Auftritte des Nachbarn (Philippe Stucki): Geistig verwirrt pflegt er in die Szene zu platzen und gutgläubig drauflos zu reden. So liefert er dem Kommissar immer wieder Hinweise, wo die Leiche gerade sitzt, liegt oder herumtransportiert wird. Schlicht grossartig, wie authentisch er von Philippe Stucki gespielt wird! Alles in allem war die schauspielerische Leistung der Amateur-Truppe beeindruckend. Vereinzelte Aussetzer verzieh man gerne, zumal sie teils humoristisch umgemünzt wurden. «Nicht so laut, wir hören die Souffleuse nicht», scherzte Roger Peter einmal.

Das Publikum, das von Charly Kneubühler und seinem Team verpflegt wurde, äusserte sich positiv zur Premiere. «Die Handlung ist sehr amüsant», meinte etwa Willi Steiner aus Aesch. «Besonders beeindruckt hat mich die schauspielerische Leistung von Monika Schmid.» Und Maja Schmid aus Andelfingen sagte: «Ich finde es super, was sie da machen. Natürlich ist der Aufwand dafür riesig, aber er bereichert das Sozialleben im Dorf.»