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Ein Limmattaler macht Party bei «Jung, wild & sexy»

Nino aus dem Limmattal ist einer der Protagonisten der Reality-Soap, in der zehn Jugendliche beim Party Feiern in Spanien gezeigt werden. Mit seiner Teilnahme löst der 22-jährige Schlieremer Wettschulden ein.

Florian Niedermann
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Die Sendung habe nichts mit seiner Alltags-Realität zu tun, sagt Nino.

Die Sendung habe nichts mit seiner Alltags-Realität zu tun, sagt Nino.

Florian Niedermann

Er selbst hätte sich nie um einen Auftritt in der Sendung «Jung, wild & sexy» beworben, sagt der 22-jährige Schlieremer Nino (er wünscht, dass sein Nachname nicht publiziert wird). Er habe an einer Party eine Wette gegen einen Kollegen verloren. Darauf meldete dieser ihn für das Casting des Privatsenders 3+ an. «Wettschulden sind Ehrenschulden», sagt Nino.

«Jung, wild & sexy»

Den Trailer zur dritten Staffel finden Sie hier.

Das Konzept der Reality-Soap: Zehn Jugendliche aus der ganzen Deutschschweiz verbringen eine Woche in der spanischen Partyhochburg Lloret de Mar. Gezeigt werden fast endlose Trinkorgien, Feiern in den Touristenklubs der Costa Brava und das mehr oder weniger erfolgreiche Anbaggern des anderen Geschlechts durch die Protagonisten. Immer dabei: ein Kamerateam. Ein Format, das Voyeurismus befriedigt und Clichés über die Jugendlichen der heutigen Zeit bestätigt.

Trotz Untertreibung gewählt

Beim Casting gab sich Nino keine besondere Mühe. Die Fragen zu seinem Ausgangsverhalten beantwortete er halbherzig. «Ich habe damals nicht erzählt, wie weit ich bereits herumgekommen bin. Dass ich etwa auch in Prag, Paris, New York und in Kalifornien Party gemacht habe», erklärt der gelernte Karosserie-Spengler. Trotzdem wählte ihn die Casting-Crew als Teilnehmer der neuen Staffel. «Ich bin ziemlich erschrocken, als ich erfuhr, dass ich dabei bin», sagt Nino. Aber er habe Zeit gehabt, sich mental darauf vorzubereiten, deshalb habe er die Woche ausgehalten.

Der einzige Zürcher

Ende Juni dieses Jahres reiste Nino dann nach Lloret de Mar. Er war der einzige Zürcher in der Gruppe, hatte zu Beginn die Rolle des Einzelgängers. Eine Rolle, die er selber gewählt habe, wie der italienischstämmige Schweizer sagt: «Diese Leute sind nicht meine Welt. Ich habe mich einfach an die Personen gehalten, die ich am ehesten ertrug.» Auch die Partys, an denen sie teilgenommen hätten, seien nicht seine Kragenweite gewesen. Das Publikum sei zu jung, und die Musik habe nicht seinem Geschmack entsprochen. «Ich habe versucht, trotzdem das Beste daraus zu machen», erklärt Nino. Von den Erlebnissen dieser Woche zu berichten, ist den Teilnehmern der Sendung nicht gestattet. Dennoch drängt sich die Frage auf: Sind diese jungen Leute wirklich so, wie sie sich in der Sendung geben? Oder sind die Dialoge doch vorgeschrieben? «Die Antwort auf die erste Frage lautet: Ja», sagt Nino und grinst.

Eine Woche lang bedient

Der Schlieremer kann der Woche in Lloret de Mar letztlich doch auch Gutes abgewinnen. «Die Villa, in der wir wohnten, war grossartig. Und natürlich wurden wir die ganze Woche bedient. Wir mussten nie kochen oder einkaufen.» Ausserdem habe er es genossen vor der Kamera zu stehen und wäre nicht abgeneigt, es wieder zu tun. «Aber diesmal sicher für ein anderes Format», sagt er.

Noch keine negativen Reaktionen

Bisher hat der frisch gebackene Fernseh-Star durchwegs positive Reaktionen auf seinen Auftritt erhalten. Man kennt ihn aber noch nicht überall - schliesslich wurde vergangenen Donnerstag erst die zweite Sendung der Staffel ausgestrahlt.

Er verstehe schon, wenn ältere Leute durch die Sendung den Eindruck erhalten würden, dass die Jugend oberflächlich, prollig und abgestumpft sei. Aber man vergesse dabei nur allzu leicht, dass diese Woche in Lloret nicht seiner Alltags-Realität entspreche, erklärt Nino: «Da unten herrschte Ausnahmezustand. Bei der Arbeit bin ich eher ruhig, arbeite gewissenhaft und möchte etwas erreichen.» Er trenne Freizeit und Arbeit strikte voneinander. Es gebe nicht nur einen Nino, sondern zwei - einer sei seriös, und der andere trinke, tanze und flirte halt gerne.