Openair
Ein Holzweg gegen den Schlamm – und WCs mit Spülung

Heute startet das Zürich-Openair, es darf wieder «gerockt» werden. Das Festival lockt dieses Jahr aber nicht nur mit namhaften Bands, sondern auch mit «fast schon luxuriöser» Infrastruktur.

Matthias Scharrer
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Auf Wiedersehen - Ein- und Ausgang des zweiten Zürich Openairs (mts)
7 Bilder
Das Soundsystem lockte Kraftwerk an (mts)
Das Zürich-Festival lockt mit beinahe luxuriöser Infrastruktur
Blick vom Mischpult zur Hauptbühne (mts)
In einem der Backstage-Zelte werden Palmen aufgestellt (mts)
Fast schon luxuriös: WCs mit Wasserspülung (mts)
Blick ins Dance Circus Zelt (mts)

Auf Wiedersehen - Ein- und Ausgang des zweiten Zürich Openairs (mts)

mts

Bei der Erstausgabe vor zwei Jahren artete das Zürich Openair in eine Schlammschlacht aus. Im Folgejahr fiel es deswegen flach. Jetzt werben die Veranstalter auf ihrer Internetseite zurichopenair.ch (www.zurichopenair.ch) mit dem Bild einer dreckverschmierten jungen Frau. Doch sie haben vorgesorgt, damit es diesmal trotz drohender Gewitter weniger schlammig wird, wenn ab heute bis Sonntag namhafte Bands wie The Killers, The Prodigy, Kraftwerk und Die Fantastischen Vier aufspielen.

Einfach luxuriöse Infrastruktur

«Fast schon luxuriös» sei die Infrastruktur, schwärmt Openair-Sprecher Jeffrey Baumann beim Rundgang über das Festivalgelände im Grenzgebiet zwischen Rümlang, Glattbrugg und Zürich. Vom Eingang bis zum Bühnenbereich führt ein zwölf Meter breiter Holzweg über die Wiese. Als Unterlage dient diesmal zwecks besserer Saugfähigkeit Grasland statt Ackerland. Der Bauer, der das Land vom Kanton gepachtet hat, wird für den Ertragsausfall entschädigt, wie er auf Anfrage sagt. Auch die Böden vor den Bühnen, Verpflegungs- und Marktständen sind mit Holz- respektive Plastik-Belägen verstärkt.

Vergleichsweise luxuriös sind auch die WCs: 160 wassergespülte Toiletten zum Sitzen stehen den rund 15 000 pro Tag erwarteten Besuchern zur Verfügung - nebst zahlreichen Pissoirs. «Das ist einmalig in der Schweiz. Wir haben bei der Infrastruktur um rund 200 Prozent zugelegt», sagt Baumann.

Ein Grafiker sorgte dafür, dass Zürichs jüngster Grossanlass eine klar erkennbare Corporate Identity erhielt. Alle Stände sind gleich gestaltet - ausser dem Hauptstand des Hauptsponsors, einer Brauerei. Dieser hebt sich als rostbraune Westernbar von den ansonsten vorherrschenden weissen Zeltblachen ab. Informationstürme zeigen den Besuchern auf, wo sie sich auf dem weitläufigen Festivalareal gerade befinden.

«Limousine gilt als normal»

«Unsere Hauptbühne war zuletzt mit den Red Hot Chili Peppers unterwegs», sagt Baumann. Und das hochkarätige Soundsystem sei einer der Gründe dafür gewesen, dass Kraftwerk zugesagt haben. Die legendäre Band aus Deutschland, die zu den Pionieren der elektronischen Musik zählt, gilt als technisch besonders anspruchsvoll. Welche Sonderwünsche hatten die Topacts sonst? «Keine», so Baumann. «Dass sie mit der Limousine abgeholt werden wollen, gilt auf diesem Level als normal.» Skurrile Sonderwünsche seien heute eher bei Hip-Hop-Stars üblich. Das Zürich Openair positioniert sich hingegen als Festival für Rock- und elektronische Musik.

Ohnehin steht den Rock- und Popstars ein komfortabler Backstage-Bereich zur Verfügung. Er besteht aus mehreren Festzelten, die mit Palmen, Bars und Loungesessel ausgestattet sind. Loungen können auch die Besucher, und zwar rund um das Wasserspiel, das sich im Marktbereich befindet. Gut möglich, dass die Rasensprenger, die dort beleuchtete Wasserspritzer gen Himmel schicken, auch die loungenden Gäste nass machen. Etwas Schlamm muss sein.

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