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Wenn die Schweizer Fussballnationalmannschaft am 22. Juni 2018 um 20 Uhr im russischen Kaliningrad gegen Serbien antritt, wird das auch im Limmattal ein grosses Fest. Denn von den Gegnern in der WM-Gruppe E stellt Serbien hier am meisten Staatsbürger. Das zeigen aktuelle Zahlen, die die Einwohnerkontrollen der Region auf Anfrage der Limmattaler Zeitung zur Verfügung gestellt haben. Weiteres Fazit: Rekordweltmeister Brasilien (Spiel am 17. Juni) und Costa Rica (27. Juni), Viertelfinalteilnehmer von 2014, spielen in der Einwohnerstatistik eine Nebenrolle.

Hingegen holt sich Aesch einmal mehr einen Rekord. Das Dorf mit dem tiefsten Ausländeranteil, dem höchsten Einfamilienhaus-Anteil und diversen weiteren Spitzenwerten auf Bezirksebene ist die einzige Gemeinde, in der niemand einen Pass von Serbien, Brasilien oder Costa Rica sein Eigen nennt. Am meisten Serben und Serbinnen zählen nach der Stadt Zürich die Gemeinde Spreitenbach und die Stadt Dietikon. Bei Bürgerinnen und Bürgern aus Brasilien sind es Zürich, Dietikon und Schlieren, die zuoberst in der Statistik stehen Costaricaner und Costaricanerinnen lassen sich hingegen ausserhalb der Stadt Zürich jeweils an einer Hand abzählen.

Die Bölle-Bar kommt wieder

Klar mehr Staatsbürger als Serbien stellt natürlich die Schweiz – auch in Spreitenbach, Schlieren und Dietikon, wo die Ausländeranteile mit 50,4 Prozent, 46,2 und 44,4 Prozent am höchsten sind. So werden in Spreitenbach über 5700 Schweizerinnen und Schweizer gezählt, in Schlieren über 10'000 und in Dietikon mehr als 15'000.

Für potenzielle Kunden in den Fan-Beizen ist also vorgesorgt. «Wir sind mitten in der Vorbereitung», sagt Michael Pauli, der Präsident des Organisationskomitees (OK) der Bölle-Bar auf dem Zwischenbächen-Platz in Urdorf. Zurzeit wartet das OK auf das letzte Okay im Bewilligungsverfahren und überlegt sich beispielsweise, ob es im Public Viewing neben Wodka auch russisches Essen geben soll. «Klar ist schon, dass wir wie bisher mit freiem Eintritt und mit Angeboten für Kinder auch bei Familien punkten wollen», sagt Pauli. Auch Sicherheitsbedenken wegen des Serbien-Spiels müsse man keine haben. «An der EM 2016 wurden solche geäussert. Aber das Spiel gegen Albanien war ein grosses Fest. Manche Gäste trugen Fanartikel beider Länder.»

Auch auf dem Dietiker Kirchplatz gibt es wieder ein Public Viewing, wie Roger Zeindler bestätigt, der das Ganze bereits zum dritten Mal organisiert. Die Mietverträge für einen Grossteil der nötigen Infrastruktur sind bereits unterschrieben. Zur vor zwei Wochen erfolgten Auslosung sagt Zeindler, es sei schade, dass die Italiener und Albaner an der WM fehlen. «Sonst bin ich aber voll happy mit dem Teilnehmerfeld», so Zeindler. «Dass Serbien dabei ist, ist sicher auch gut für uns.»

Spannung in Geroldswil steigt

Was Einwohnerzahlen anbelangt, lohnt sich immer mehr ein genauer Blick auf Urdorf und Geroldswil, die in den nächsten Jahren die 10'000- respektive 5000-Einwohner-Grenze knacken werden. Der Geroldswiler Gemeindeschreiber Beat Meier sagt, man habe monatliche Schwankungen von bis zu plus minus 20 Personen: «Aktuell stehen wir bei 4935 Einwohnerinnen und Einwohnern. Mitte Jahr lagen wir schon mal bei 4979.» Allerspätestens beim Bezug der 27 neuen Wohnungen auf dem Baufeld Ost im Jahr 2020 dürfte die 5000er-Grenze also geknackt werden.

Urdorf steht derweil bei 9737 Einwohnern. 2018 startet hier insbesondere der Vermietungsprozess der 62 neuen Wohnungen, die derzeit in der Siedlung Heidenkeller gebaut werden. Zudem sollen dann 20 der 49 Wohnungen der Überbauung im Stüdacker bei der Feldstrasse auf den Markt kommen. Man kann davon ausgehen, dass unter den Zuzügern sicher auch Fussballfans sind.