Der Dietiker Josef Alder stört sich daran: «Wie viele andere Personen gehe ich oft an der Limmat spazieren und danach noch in die Stadt», sagt Alder. Irgendwann werde da der WC-Besuch unumgänglich. «In anderen Ländern gibt es dafür überall Toiletten, die gratis benutzt werden können. Dasselbe wünsche ich mir hier», sagt Alder.

Kostenbeitrag gegen Vandalismus

Schuld an der eingeschränkten Benützbarkeit der Dietiker WCs ist Vandalismus. Bei den SBB möchte man diesem vorbeugen: «Die Erfahrung zeigt, dass ein Kostenbeitrag oft vor Vandalismus schützt», sagt SBB-Mediensprecherin Lea Meyer. «Wer randalieren will, ist offenbar nicht bereit, zuerst für den Zutritt zur Toilette zu bezahlen.» Zudem könnten mit den Erträgen die Toiletten kontrolliert und gereinigt werden.

Weil Vandalen in der Toilette im Parkhaus Kirchturm einen Sachschaden von mehreren zehntausend Franken verursacht haben (Limmattaler Zeitung vom 6. Januar 2012), wurden dort die Öffnungszeiten eingeschränkt. «Wir mussten Massnahmen ergreifen», sagt Gesundheits- und Sicherheitsvorstand Heinz Illi. Der momentane Zustand sei aber eine Notlösung. «Wir suchen nach Möglichkeiten, um die WC-Öffnungszeiten zu erweitern und den Besuchern wieder eine Toilette zur Verfügung zu stellen», sagt Illi. Verschiedene Lösungen wie technische Massnahmen oder eine Videoüberwachung des Vorraums würden dafür geprüft.

Ausserhalb des Zentrums, beispielsweise im Zelgli, gebe es aber noch öffentliche Toiletten, die der Bevölkerung nach wie vor gratis zur Verfügung stehen.