Wenn ein Kiwanis-Club ein neues Mitglied aufnimmt, so ist das ein Beitritt für immer, dem eine längere Prozedur vorangeht. Darum ist es ein besonderer Moment, wenn einem Neumitglied der Club-Wimpel – mit dem Zürcher Wappen, der Limmat und dem Kloster Fahr – überreicht und ihm ein Kiwanis-Pin ans Revers angebracht wird, um die neue Mitgliedschaft zu besiegeln.

So auch am Donnerstag vor einer Woche, als sich der Kiwanis-Club Limmattal-Zürich zu seinem wöchentlichen Diskussionslunch im Restaurant zu den Zwei Raben beim Kloster Fahr traf. Die Limmattaler Zeitung war dabei und konnte sich so einen seltenen Einblick ins Innenleben eines Serviceclubs verschaffen, wie es Kiwanis ist.

Die Zustimmung aller ist nötig

Der Oberengstringer Stephan Schneebeli – er ist CEO und Hauptaktionär der Softart AG in Zürich – wurde wie jeder Aufnahmekandidat von einem bereits bestehenden Mitglied – Götti genannt – vorgeschlagen. Und konnte dann mehrere Monate an den Anlässen teilnehmen, um sich unter Beweis zu stellen. Erfolgreich, wie sich zeigte. Denn wenn nur ein bestehendes Mitglied die Aufnahme ablehnt, ist die Übung vorbei.

Eine Bedingung für die Aufnahme ist es auch, ein Mann zu sein: Denn der Kiwanis-Club Limmattal-Zürich ist ein Männerclub. Mit dem Kiwanis-Club Weiningen gibt es im Limmattal auch einen Kiwanis-Club gemischten Geschlechts.

Die regelmässigen Diskussionslunches des Kiwanis Limmattal bringen den Mitgliedern nicht nur gemütliches Beisammensein und spannende Gespräche, sondern auch Referate von Personen aus Kultur, Wirtschaft, Sport, Politik und von Hilfsorganisationen. Diesen Monat war beispielsweise schon der Parabob-Europameister Chris Stewart aus Stallikon zu Gast. Auch ein Bienenzucht-Europameister hielt schon ein Referat beim Kiwanis-Club Limmattal-Zürich. So sind also häufig externe Gäste anwesend. Das war auch bei der Aufnahme von Schneebeli so. Als engagierter Pfader (zuerst bei der Pfadi Laupen und später als Ausbildner im Pfadi-Distrikt St. Georg) freute es ihn besonders, wen der Kiwanis-Club eingeladen hatte – nämlich den Pfader, alt Kantonsratspräsident und heutigen Stiftungsrat und Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der Schweizer Pfadistiftung, Rolf Steiner. Als sogenannter Silver-Scout ehrte auch er Schneebeli. Nicht mit einem Kiwanis-Wimpel: Schneebeli erhielt von Steiner eine grau-blaue Silver-Scout-Pfadikrawatte.

Den Gast Steiner liessen die Mitglieder des Kiwanis-Clubs natürlich nicht mit leeren Händen nach Hause gehen. Und so überreichte Club-Treasurer (zu Deutsch: Club-Schatzmeister) Jörg Schlatter dem Gast einen Check in der Höhe von 2000 Franken für die Pfadistiftung, mit der Idee, die Leiterausbildung der Pfader im Limmattal zu unterstützen.

Schon früher griff der Kiwanis-Club der Pfadi unter die Arme: So half er letztes Jahr zum Beispiel bei der Renovation des Spreitenbacher Pfadiheims. Solche Sozialaktionen sind dem Kiwanis-Club besonders wichtig. Eine lange Liste gibt es davon – von Traditionsanlässen wie der Chlausfeier im Weininger Seniorenzentrum über Ausflüge, wie zum Beispiel eine Schifffahrt mit behinderten Kindern, bis hin zu Sammlungen von Winterkleidern für die Sozialwerke von Pfarrer Sieber oder Mithilfe bei zahlreichen Anlässen wie auch dieses Jahr wieder beim bevorstehenden Schlierefäscht.

Bekannte Grittibänz-Aktion

Besonders bekannt ist auch die Grittibänz-Aktion. Zahlreiche Firmen bestellen zur Adventszeit Grittibänzen für fünf Franken pro Stück, um allen Angestellten einen zu schenken. Der Ertrag fliesst dann vollumfänglich in die Sozialaktionen des Kiwanis-Clubs. Die vom Kiwanis-Club Limmattal-Zürich erfundene Aktion wird heute von zahlreichen Kiwanis-Clubs in der ganzen Schweiz ebenfalls durchgeführt.

Die Sozialaktionen geschehen ganz nach dem Kiwanis-Motto, das jedes Mitglied auswendig sagen kann – dafür werden auch Lesezeichen mit dem Motto verteilt: «Kiwanis ist eine weltweite Organisation von Freiwilligen, die sich aktiv für das Wohl von Kindern und der Gemeinschaft einsetzen.»

Vor 39 Jahren gegründet

Seit der Gründung im Jahr 1980 hatte der Club nie mehr als 39 und nie weniger als 29 Mitglieder, wie Club-Sekretär Chris Jacobi (intern Secretary genannt) weiss. Das Durchschnittsalter beträgt 63,2 Jahre. Drei Gründungsmitglieder sind heute noch mit dabei. Mit Neuaufnahmen wie jener von Schneebeli vermag der Club das Durchschnittsalter aber zu senken. Ziel ist es, jedes Jahr ein bis zwei neue Mitglieder aufzunehmen.

Kiwanis hat seinen Ursprung in den USA und ist heute weltweit vertreten mit rund einer halben Million Mitgliedern. In der Schweiz sind es etwas mehr als 200 Kiwanis-Clubs mit total 7500 Mitgliedern. Schon mehreren anderen Clubs stand der Kiwanis-Clubs Limmattal-Zürich Pate bei der Gründung. So etwa dem Kiwanis-Club Young Professionals Limmattal oder den Kiwanis-Clubs Zürich-Höngg und Wettingen. Auch besuchen die Club-Mitglieder andere Clubs: So zählt der Kiwanis-Club Limmattal-Zürich heute zum Beispiel bereits 150 verschiedene Club-Wimpel in seiner Sammlung.