Noch eine Partie haben die Urdorfer in der regulären 2.-Liga-Saison vor sich: Am Samstag treten sie auswärts gegen Wallisellen an. Ein Spiel, das für die Urdorfer im Kampf um die Playoffs bedeutungslos geworden ist. Denn die «Stiere» haben nach der 3:5-Niederlage gegen Dielsdorf-Niederhasli vom vergangenen Sonntag definitiv keine Chance mehr auf einen Playoffplatz, also einen Rang unter den besten acht Teams.

Dabei verlief die vorletzte Runde der Saison für einmal zugunsten der Limmattaler: St. Gallen, der direkte Konkurrent im Rennen um den letzten Playoffplatz, hatte am Vorabend seinerseits gegen Kreuzlingen-Konstanz verloren. Doch das nützte den Urdorfern nichts mehr: Sie sind auf dem neunten Tabellenrang verblieben und haben ein Spiel vor Schluss fünf Punkte Rückstand.

Sechs Niederlagen in Folge

Nach der Niederlage gegen Dielsdorf-Niederhasli, der sechsten der Urdorfer in Folge, müssen die «Stiere» also den Gang in die Abstiegsrunde antreten. Ein Szenario, das die Verantwortlichen allerdings nicht schockierte. «Als Aufsteiger hat man es natürlich schwer», sagt Trainer André Wismer. «Der Rhythmus ist deutlich höher als in der 3. Liga.» Deshalb habe man die Saison auch als schwierig eingeschätzt, sagt der Präsident des EHC Urdorf, Thomas Leimgruber. «Somit haben wir damit gerechnet, in die Abstiegsrunde zu kommen.»

Und dennoch habe die Mannschaft Luft nach oben gehabt. «Es hätte auch mehr Einsatz und Herzblut gebraucht. Wenn nicht alle Spieler ihre Leistung zu 100 Prozent abrufen, reicht es eben nicht», so Leimgruber. «Das Team hat auch zu wenig hart dafür gearbeitet.» Schliesslich sei man nahe dran gewesen: «Da hätte man etwas mehr Willen zeigen können.»

Kader abhängig von Ligaerhalt

Dieser Wille ist jetzt in der Abstiegsrunde gefragt, die für die Urdorfer Mitte Februar beginnt. Gegner in den sechs Partien sind Seewen, Chiasso und Lenzerheide-Valbella. Die Bündner, die in der gleichen 2.- Liga-Gruppe wie die Urdorfer spielen, haben in dieser Saison bisher nur einen Sieg feiern können – gegen Urdorf.

Die «Stiere» haben ihrerseits das Hinspiel in Graubünden gewonnen. «Die müssen wir schlagen», sagt Trainer Wismer. Seewen und Chiasso hingegen sind die grossen Unbekannten. «Ich kenne die Teams nur noch aus der vergangenen Saison», so Wismer. «Ich weiss nicht, inwiefern sie sich inzwischen verändert haben. Wir müssen einfach schauen, dass wir unter die ersten zwei Teams kommen.»

So würden sich die Urdorfer den Ligaerhalt sichern. Sollten sie die Abstiegsrunde überstehen, dürfte es im Kader Veränderungen geben. «Wenn wir in der 2. Liga bleiben, brauchen wir Verstärkungen», sagt Präsident Leimgruber. «Sollten wir absteigen, werden wir vor allem junge Spieler nachziehen.»

Spiel in Wallisellen als Gradmesser

Die «Stiere» stehen also noch mehr als zuvor unter Druck. «Ja, der Druck ist da», sagt Leimgruber. «Aber die Spieler sind sich den Druck gewohnt.» Entscheidend sei, dass man gut in die Abstiegsrunde starte: «Wir müssen von Anfang an Kampfwillen zeigen.» Ein gutes Beispiel ist für Leimgruber trotz der Niederlage die Leistung gegen Dielsdorf-Niederhasli gewesen. «Genau diese Leistung müssen wir abrufen», so der Präsident.

Bevor es aber in die Abstiegsrunde geht, dürfen sich die Urdorfer in der erwähnten letzten Runde gegen Wallisellen sozusagen noch einspielen. Für Leimgruber hat die Partie, in der es um nichts mehr geht, jedoch mehr als nur Symbolcharakter. «Sie ist ein wichtiger Gradmesser», sagt er. «Die Spieler müssen in dieser Partie zeigen, dass sie für die Abstiegsrunde bereit sind.» Denn der Start sei entscheidend.

Dieser Auffassung ist auch Trainer Wismer. «Die ersten beiden Partien gegen Seewen und Chiasso sind enorm wichtig», sagt er. «Es ist wie in der Meisterschaft: Man muss die Punkte gleich zu Beginn holen.»