Easyvote
Easyvote soll Jugendliche für Politik begeistern

Das Dietiker Jugendparlament will mehr Jugendliche für die Politik begeistern. Der Grund für die magere Wahlbeteiligung der unter 25-Jährigen liege in den zu umfangreichen, zu komplizierten und unverständlichen offiziellen Abstimmungsunterlagen.

Dominic Kobelt
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Junge sollen durch Easyvote zum Wählen motiviert werden. (Symbolbild)

Junge sollen durch Easyvote zum Wählen motiviert werden. (Symbolbild)

Peter Sigrist

Abhilfe schaffen soll Easyvote - eine Abstimmungsbroschüre, die «kurz, politisch neutral und einfach verständlich» informiert, wie es auf der Internetseite des Projekts heisst.

Das alternative Abstimmungsbüchlein wird von Jugendlichen in Freiwilligenarbeit gestaltet. «An den Unterlagen für die kommenden Abstimmungen habe ich auch mitgearbeitet», sagt Nadine Burtscher (18), Co-Präsidentin des Jugendparlaments. «Wir möchten Easyvote einführen, weil wir der Meinung sind, dass es eine gute Abstimmungshilfe ist», sagt sie.

Ob dadurch wirklich mehr Jugendliche an den Abstimmungen teilnehmen, lasse sich nicht voraussagen. «Aber wir sind fest überzeugt, dass sich die Jugendlichen durch das Entgegenkommen mehr für Politik interessieren. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass mir Easyvote bei der letzten Abstimmung sehr geholfen hat.»

Tatkräftige Umsetzung von Easyvote

Auf Easyvote aufmerksam geworden sind die Jungpolitiker des Dietiker Jugendparlaments an einer Delegiertenversammlung des Dachverbandes Schweizer Jugendparlament. «Danach haben wir das Vorhaben dem Jugendparlament Dietikon vorgestellt. Die Mitglieder waren sofort begeistert und tatkräftig bei der Umsetzung dabei», sagt Burtscher.

Ungewöhnlich ist, dass die Jugendlichen ihr Anliegen selber im Gemeinderat vertreten dürfen. Diese Aufgabe wird Nadine Burtscher übernehmen. «Wir haben schon früher dem Jugendparlament die Möglichkeit gegeben, an der Fragestunde ein bis zwei Fragen einzubringen. Dieses Mal kamen sie statt mit einer Frage mit einem konkreten Anliegen», erklärt Gemeinderatspräsident Pius Meier.

Nach Rücksprache mit Stadtpräsident Otto Müller habe man sich entschlossen, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihr Anliegen im Parlament vorzutragen. «Wenn ein Politiker das Ganze als Postulat eingereicht hätte, hätte es eine parteipolitische Färbung erhalten. So ist klar, dass es ein Anliegen des Jugendparlaments ist», sagt Meier.

Unterschiedlich teure Varianten

Es gibt zwei Varianten, Easyvote an die Jugendlichen zu versenden. Dementsprechend seien auch die Kosten unterschiedlich, erklärt Burtscher: «Die Zielgruppe sind die jungen Erwachsenen von 18 bis 25 Jahren - davon gibt es rund 2 500 in Dietikon.» Würde Easyvote direkt vom Herausgeber versandt, dann beliefen sich die Kosten auf etwa 11 000 Franken, sagt Burtscher.

«Die zweite Möglichkeit ist der Selbstversand der Gemeinde. Die Easyvote-Broschüren werden der Gemeinde geliefert, diese verschicken sie dann weiter.» Die Kosten kämen dann auf etwa 6 500 Franken, so die Jungpolitikerin.

Mit dem Betrag werden allerdings nur die Herstellungskosten gedeckt, das Schreiben und Korrigieren der Texte wird von Jugendlichen ehrenamtlich gemacht. Dabei werden die Texte jeweils von mehreren Jugendlichen zusammen überarbeitet, um die Texte politisch neutral zu halten.

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