Schlieren

Duo Schön und Gut - mit etwas Humor wird selbst die Politik romantisch

Im Kabarett «Schönmatt» wird das Publikum im Stürmeierhuus zum Abstimmungsvolk. Aktuelle politische Debatten der Schweiz werden auf die Schippe genommen.

Die Gemeinden Grosshöchstetten und Konolfingen wollen fusionieren. Der Gemeindepräsident Grosshöchstettens, Peter Kellenberger, hat das Stimmvolk zum Fusions-Brunch auf der Schönmatt eingeladen.

Gemeinsam mit der Gemeindepräsidentin Konolfingens, Vreni Schüpbach, debattiert er vor dem Volk. Auch Herr Schön hat sich für diesen Tag Grosses vorgenommen. Er möchte Frau Gut endlich einen Heiratsantrag machen. Doch Herr Schön findet die passenden Worte nicht. Ausserdem ist er nicht der Einzige, der mit Frau Gut liebäugelt.

Auch der Gemeindepräsident hat Frau Gut ins Auge gefasst. Und das, obwohl er eine Affäre mit seiner lettischen Haushälterin Agneta führt.

«Schön und Gut»

Das Duo Schön und Gut besteht aus der Limmattaler Schauspielerin Anna-Katharina Rickert und dem Kabarettisten und Schriftsteller Ralf Schlatter. Zu zweit auf der Bühne des Stürmeierhuus in Schlieren schaffen sie es mit simplen Mitteln, die verschiedensten Dorfbewohner der beiden Gemeinden zu charakterisieren.

Das Jackett falsch herum angezogen, verwandelt den Gemeindepräsidenten in den Pfarrer und ein gelber Schal um Rickerts Schultern macht aus Frau Gut die Gemeindepräsidentin Konolfingens.

Affären und Massenauswanderung

Mit Humor und musikalischen Einlagen präsentiert sich das Programm «Schönmatt» von Schön und Gut als Aboveranstaltung der Kulturkommission Schlierens. Die beiden wortgewandten Künstler schrecken nicht davor zurück, aktuelle politische Debatten der Schweiz auf die Schippe zu nehmen. So nehmen sie nicht nur Gemeindefusionen aufs Korn, sondern auch die Abstimmung zur Masseneinwanderungsinitiative. «Ich mache Massenauswanderung», sagt die lettische Haushälterin Agneta zum Gemeindepräsidenten, weil dieser nicht zu ihrer Liebe stehen will.

Der Angst vor Ausländern widmet das Duo sogar ein Lied. Aber auch die Debatten um die Energiewende, den Atommüll und das knapper werdende Bauland in der Schweiz werden nicht aussen vor gelassen und mit Charme ins Lächerliche gezogen.

Wie heisst die neue Gemeinde?

Nebst Wortwitz, Gesang und Poesie verfolgt das Publikum auch gespannt die Handlung der Geschichte. Wer fusioniert am Ende mit wem? Finden Herr Schön und Frau Gut zusammen? Und wie soll eigentlich die fusionierte Gemeinde heissen?

Vreni Rottenbach aus Schlieren vermochte das Programm zu überzeugen. «Ich finde es unglaublich, wie mit wenigen Mitteln so viele Charaktere gezeigt werden können», sagt sie. «Es war ein sehr langes Stück, dennoch fühlte ich mich bis zum Schluss unterhalten. Die Mimik der beiden ist genial.»

Als Limmattalerin ist der Auftritt in Schlieren für Anna-Katharina Rickert speziell. Viele Bekannte und Freunde sind gekommen, um der Schauspielerin zum Auftritt zu gratulieren. «In Schlieren kann ich auftreten. Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden, in Birmensdorf, wo ich wohne, auf der Bühne zu stehen», sagt sie. «Das ist mir doch zu nahe.»

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