Dietikon
Duo «Saite an Saite» spielt an der Feierabendmusik meditative Klänge

Für einmal hatte nicht die mächtige Orgel das Sagen in der Dietiker St.-Agatha-Kirche. Es waren filigrane Klänge, mit denen das Duo Saite an Saite das Publikum bezauberte. Das Akustikduo spielte an der Feierabendmusik meditative Klänge.

Franziska Schädel
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Norbert Ardioli (l.) und Hans-Ruedi Bossart (r.) vom Duo Saite an Saite spielten an der Feierabendmusik Eigenkompositionen.

Norbert Ardioli (l.) und Hans-Ruedi Bossart (r.) vom Duo Saite an Saite spielten an der Feierabendmusik Eigenkompositionen.

Franziska Schädel

Norbert Ardioli und Hans-Ruedi Bossart bezeichnen sich selber als «das etwas andere Akustikduo». Anders, weil bei ihnen die Instrumente – Ardioli spielt die keltische Harfe und Bossart die Stahlsaitengitarre und die Bastardlaute – gleichberechtigt seien. Die beiden Musiker spielen zudem ausschliesslich Eigenkompositionen.

Viele Stücke entstehen aus dem Zusammenspiel, aus einer spontanen Idee, und verändern sich auch immer wieder. Sie heissen «Erste Liebe» oder «Les petites vagues à l’Anse» – inspiriert durch einen Abend in der Bretagne. Bossart und Ardioli verzichten bewusst auf den Einsatz elektronischer Hilfsmittel zur Verstärkung und Verdoppelung des Klangs. So plätschert die Musik wie ein kleiner Bach; man meint, den Frühling zu hören oder den Wind in den Bäumen.

Die beiden Musiker geben gerne Auskunft über ihre ungewöhnlichen Instrumente. Die Bastardlaute sei eigentlich einfach eine schöne Gitarre, meint Hans-Ruedi Bossart scherzhaft. Entstanden sei sie um 1800 aus einer Kombination von Laute und Mandole. Man habe eine Laute gewollt, die besser spielbar wäre als die damals gängige Knickhalslaute, erklärt Bossart. Und weil die Gitarrenlaute unverstärkt im Freien gespielt werden könne und daher bei den Wandervögeln des 19. Jahrhunderts beliebt gewesen sei, werde sie bis heute auch als Wandervogellaute bezeichnet.

Die keltische Harfe hingegen wurde in Irland, den schottischen Highlands und Inseln gespielt und ist eng mit der keltischen Tradition verbunden. Ardioli, der ursprünglich Gitarre spielte und damit Konzerte gab, wollte eigentlich schon als Kind Harfe spielen. Als sich später einmal die Gelegenheit dazu bot, sei es Liebe auf den ersten Blick – oder auf die erste Saite – gewesen.

Für das Akustikduo ist kein Auftritt wie der andere. Ardioli erklärt: «Die Wirkung, die das Publikum auf uns hat, kommt in der Musik zurück. Alle unsere Stücke haben eine Art Grundkonstrukt und darüber improvisieren wir.» Dabei spiele natürlich auch der Raum eine Rolle, ergänzt er. Und Bossart schwärmt: «Diese Kirche hat eine fantastische Akustik, unglaublich schön!»

«Schade, waren die 20 Minuten so schnell vorbei – ich hätte gerne noch länger zugehört» meinte eine Besucherin. Sie sei wegen der keltischen Harfe gekommen und nicht enttäuscht worden. Das Duo Saite an Saite entliess die Zuhörerinnen und Zuhörer bezaubert in den kalten Novemberabend.

«Saite an Saite» spielt am Christchindli-Märt in Bremgarten: Samstag, 3. Dezember, 20.00 Uhr, reformierte Kirche