Ende November knallte es das erste Mal am Gubrist. In Affoltern begannen die Sprengungen für den Bau der dritten Tunnelröhre. Seither arbeiten sich die Mineure vom Furttal her schrittweise Richtung Weiningen vor. Doch auch auf der Limmattaler Seite müssen Tunnelarbeiten durchgeführt werden. Voraussichtlich ab dem 12. März beginnt das Bundesamt für Strassen (Astra) mit dem Bau des Gubristtunnels auf der Weininger Seite.

Wie es in einer Mitteilung heisst, sei dieser bergmännische Tunnelbau auf einer Länge von knapp 100 Metern nötig, um die darüber liegenden Häuser schonend zu unterfahren. «Im Untergrund wird eine sogenannte Rohrschirmdecke erstellt, unterhalb welcher dann der Tunnelquerschnitt mechanisch mit Fräs- und Aushubgeräten ausgebrochen werden kann, ohne sprengen zu müssen», heisst es beim Astra auf Anfrage.

Bauphase soll Ende Juli abgeschlossen sein

Im Gegensatz zu Affoltern, wo rund um die Uhr gearbeitet wird, werden die Arbeiten in Weiningen im Zweischicht-Betrieb von 6 Uhr bis 22 Uhr ausgeführt. Damit wird die Bauzeit gemäss Astra von acht auf vier Monate halbiert, sodass diese Bauphase Ende Juli abgeschlossen sein wird. Es sind die einzigen Tunnelarbeiten, die von der Weininger Seite her ausgeführt werden. «Sie müssen rechtzeitig, das heisst vor dem Durchstich von Seite Affoltern her, abgeschlossen sein», heisst es beim Astra.

Voraussichtlich 2019 wird in Weiningen der Durchbruch des neuen, drei Kilometer langen Tunnels gefeiert werden können. Bis zur Inbetriebnahme dauert es aber noch bis im Sommer 2022. Und der endgültige Ausbau der Nordumfahrung auf durchgehend sechs Spuren wird erst Ende 2025 abgeschlossen sein, nach der Sanierung der ersten und zweiten Gubriströhre.

Temporärer Kreisel nötig

Um das beim Bau der dritten Röhre anfallende Ausbruchsmaterial möglichst umweltverträglich abtransportieren zu können, wurde beim östlichen Tunnelportal für die Zeit der Bauarbeiten eigens ein Verladebahnhof erstellt. Vor wenigen Tagen verliess der erste Güterzug das temporäre Bauwerk. In den nächsten knapp zwei Jahren werden nun täglich zwei bis drei Züge insgesamt 700'000 Kubikmeter Gestein wegtransportieren. Damit lassen sich laut Astra 160'000 Lastwagenfahrten vermeiden.

Nicht nur auf der Gubristbaustelle tut sich in nächster Zeit einiges, sondern auch auf der Strasse. In Weiningen wird beim Knoten Umfahrungsstrasse/Zürcherstrasse in den kommenden Monaten ein temporärer Kreisel eingerichtet.

Dieser ist nötig, weil das Astra für die nächste Bauphase die Umfahrungsstrasse in diesem Bereich für rund zweienhalb Jahre verlegen muss, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Komplett eingerichtet wird der Kreisel ab Juni sein. In Betrieb bleibt er bis 2020. Danach wird wieder ein mit einer Lichtsignalanlage gesteuerter Knoten gebaut.