Handball

Dominante Krienserinnen befördern Dietikon-Urdorf in die zweite Liga

Arbresha Salihu am Ball.

Arbresha Salihu am Ball.

Sie können auch das zweite Barrage-Spiel nicht drehen: Die Frauen des HC Dietikon-Urdorf steigen wieder aus der ersten Liga ab.

Immerhin den Schlusspunkt konnten die 1.-Liga-Damen des HC Dietikon-Urdorf setzen: Neun Sekunden vor Ende des Barrage-Rückrundenspiels traf Arbresha Salihu noch ins Tor. Mehr als Resultatkosmetik war Salihus Treffer allerdings nicht mehr. Kriens setzte sich vor eigenem Publikum am Ende klar mit 29:21 durch. Da die Luzernerinnen auch schon das Hinspiel in Dietikon mit 21:20 gewonnen hatten, war damit klar: Dietikon-Urdorf muss den Gang in die 2. Liga antreten. Und das nur eine Saison nach ihrem Aufstieg.

Besonders bitter für die Limmattalerinnen: Sie hatten im Rückspiel von Anfang an nie eine reelle Chance, den Ein-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel wettzumachen. Sie begannen nervös und verschossen in den Startminuten gar einen Siebenmeter. «Wir sind zum dritten Mal in Folge schlecht ins Spiel gekommen», sagte Trainer Muzaffer Dogru, der nach zehn Minuten und einem Vier-Tore-Rückstand aus Sicht der Limmattalerinnen bereits ein Timeout nahm. Danach konnten sich die Gäste zwar gegen die physisch hart spielenden Krienserinnen ein bisschen fangen, aber nur für kurze Zeit. Nach einer Viertelstunde war der Rückstand bereits auf sechs Treffer angewachsen, zur Halbzeitpause sogar auf zehn. Vor allem offensiv leistete sich Dietikon-Urdorf viele Fehlwürfe. «Wir waren vorne wie verklemmt», sagte Dogru. «Und wir sind trotz des Spielverlaufs nicht aufgewacht. Das war aussergewöhnlich.»

In der zweiten Hälfte kamen die Limmattalerinnen etwas besser in die Partie, doch von einer Aufholjagd waren sie weit entfernt. Bis zur Mitte dieser Halbzeit bauten die Krienserinnen den Vorsprung gar noch auf 13 Tore aus. Dann folgte einmal eine starke Phase von Dietikon-Urdorf mit vier Toren in Folge. Es hätten noch mehr werden können, doch die Limmattalerinnen agierten im Abschluss unglücklich – oft trafen sie nur die Krienser Torhüterin.

So blieb es am Ende bei der Niederlage und dem Aus für Dietikon-Urdorf in der 1. Liga. Stellt sich die Frage, wieso die Limmattalerinnen nach der Niederlage im Hinspiel in Kriens zu keiner Reaktion fähig waren. «Ich kann nicht sagen, dass wir heute nicht bereit gewesen wären», sagte Dogru. «Aber wir haben eines unserer schlechtesten Saisonspiele gezeigt. Wir haben einfache Bälle verloren und im Eins gegen Eins einen schlechten Tag erwischt.» Das Problem sei aber auch gewesen, dass den Limmattalerinnen die Treffsicherheit abhanden gekommen sei. Allerdings wollte Dogru die Leistung der Krienserinnen nicht schmälern. «Sie haben stark gespielt und fast keine Fehler gemacht. Und uns ist es nicht gelungen, deren Schwächen zu finden.»

Damit haben die Limmattalerinnen das Ziel des Ligaerhalts verpasst. Nächste Saison geht es für sie in der 2. Liga weiter. Franziska Drack, Samira Gallo, Svenja Fotsch und Karin Kurzbein werden dann jedoch nicht mehr dabei sein. Für sie hatten Dogru und sein Co-Trainer Tobias Zatti eigentlich schon Spielerinnen im Visier. Doch diese wollten erst abwarten, ob Dietikon-Urdorf den Ligaerhalt schafft. Ob sie nun nach dem Abstieg trotzdem zu den Limmattalerinnen wechseln, ist fraglich. «Wir werden einige Gespräche führen müssen», so Dogru. «Wir müssen Leute finden, die den Aufbau mitmachen möchten.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1