Fussball
Dimita: «Die zweite Chance mache ich eigentlich immer»

Es war in der Partie Dietikon gegen Wil wie so oft im Cup: Der Unterklassige hatte sich den Respekt verdient, in die nächste Runde zog aber der Oberklassige ein. Dietikons Luca Dimita vergab zwei grosse Chancen auf dem Weg zur möglichen Überraschung.

Raphael Biermayr
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Dimita (l.) scheitert, obwohl Torhüter Bukovski (r.) schon ausgespielt ist.

Dimita (l.) scheitert, obwohl Torhüter Bukovski (r.) schon ausgespielt ist.

bier

«Wir haben den Zuschauern in den ersten 60 Minuten etwas geboten», sagte Dietikons Captain Luca Dimita nach dem Match gegen das zwei Ligen höher spielende Wil. 475 Besucher zählten die Verantwortlichen, die keine Mühen gescheut hatten und für die Sponsoren eine VIP-Tribüne errichtet hatten.

Stürmer Dimita selbst war nicht verantwortlich dafür, dass auf der Anzeigetafel bei den Gastgebern die Null stand. Er hätte der Partie eine ganz andere Richtung geben können, wären seine Alleingänge in der 34. und 49. Minute mit Toren gekrönt gewesen. Letztlich stand ein brutales 0:4 zu Buche.

Sprüche vom Ex-Verein

«Die zweite Chance mach ich eigentlich immer», sagte Dimita mit Grabesmiene, «der Ball ist im Moment des Schusses noch leicht versprungen.» Von Wiler Seite setzte es neckische Sprüche für Dimita, der 2007 für die Ostschweizer gespielt hatte. «Ich bin enttäuscht von dir, Luca – einen hättest du schon machen können», sagte Teamcoach Claudio Schwendener.

Geschenktes Tor

Auch Dietikons Trainer Goran Ivelj hat eine Vergangenheit im FC Wil. Er ärgerte sich über die ersten beiden Treffer. «Das dumme 1:0 haben wir ihnen offeriert», sagte er und sprach damit das «unnötige Foul» in Strafraumnähe von Maroufi an.

Den anschliessenden Freistoss köpfelte Dietikons Dejan Miljkovic – der Regisseur spielte stark als Innenverteidiger – an das Bein von Marco Muslin, von wo der Ball ins Tor fand (59.).

Tabakovics Klasse

Dem 0:2 ging ein Dietiker Fehler im Aufbau voraus. Wil-Captain Sandro Lombardi wurden aussen angespielt, er gab zur Mitte, wo Haris Tabakovic reüssierte (68.). Der 11-fache Super-League-Spieler für YB, der nur an Wil ausgeliehen ist, verlieh der zuvor fahrigen Offensive Kontur.

Der 20-Jährige setzte in der 78. Minute mit einem Hackentreffer zum 0:4 den Schlusspunkt. Das dritte Tor für die Ostschweizer hatte Ivan Audino erzielt (71.).

«Bis zum ersten Tor hatten wir Glück, wir mussten beissen», befand Wils Ergün Berisa, die starke Leistung der Dietiker anerkennend. Positiv für jene neben dieser Gewissheit: Mit Zivko Cajic und André Sisic haben zwei lange verletzte Offensivspieler ihr Comeback gegeben.