Dietikon

Dietikons Stadtpräsident findet seine Gemeinde auf dem letzten Platz

Drei von elf Gemeinden des Bezirks Dietikon sind unter den Top100 der Schweizer Ortschaften. Unterengstringen behauptet sich an der Spitze dieser elf. Dietikon bleibt das Schlusslicht des Bezirkes.

Nach wie vor überflügelt Unterengstringen alle übrigen Gemeinden des Bezirks Dietikon. Dies zeigt das aktuelle Gemeinderanking der Immobilienberatungsfirma IAZI AG, das von der «Weltwoche» publiziert wurde (Artikel von gestern). Damit hält sich die Limmattaler Gemeinde ein weiteres Jahr unter den Top-Ortschaften der Schweiz, obwohl sie vom 8. auf den 17. Platz zurückgefallen ist. Erst auf Platz 92 folgt mit Uitikon die nächste Bezirksgemeinde, einen Rang vor Birmensdorf. Damit haben es drei von elf Gemeinden des Bezirks Dietikon unter die begehrten Top100 geschafft.

Unterengstringens Gemeindepräsident Peter Trombik nimmt das Ergebnis erfreut auf. Ein vorderer Platz in der Rangliste sei schön für seine Gemeinde, erklärt er auf Anfrage. Trombik führt die Platzierung auf eine gute Mischung verschiedener Faktoren zurück.

Die Untersuchung berücksichtigt 20 Faktoren, die zu fünf Gruppen zusammengefasst werden können: Arbeitsmarkt, Dynamik, Reichtum, Sozialstruktur und Steuerbelastung.

Peter Trombik sagt aber auch: «Ich bin selbstkritisch genug, um zu wissen, dass es auf die Kriterien drauf ankommt, wie gut eine Gemeinde in Vergleichen abschneidet.»

Dietikon ist das Schlusslicht

Diese Argumentation greift auch Dietikons Stadtpräsident Otto Müller auf, der seine Gemeinde auf Rang 303 findet. Der Hauptort ist im Bezirk damit am schlechtesten klassiert. «Ich halte nicht viel von dieser Rangliste», sagt Müller. «Einige Untersuchungskriterien können wir als Stadt nicht verändern, andere fehlen gänzlich.» Zum Beispiel sage das Gemeinderanking nichts über die Familienfreundlichkeit eines Wohnorts aus.

Müller gibt gerne zu, dass ein guter Rang gut sei fürs Standortmarketing. Real gesehen bringe die Liste Dietikon aber nichts. Der Stadtpräsident verweist deshalb lieber auf das Städteranking des Wirtschaftsmagazins «Bilanz». Dieses untersucht alle Gemeinden mit über 10000 Einwohnern. Dietikon belegt hier den guten 34. Platz. Schlieren liegt auf dem 28. Die «Bilanz»-Untersuchung vergleiche wenigstens Gleiches mit Gleichem, so Müller. Denn Städte seien nur schon aufgrund ihrer Infrastruktur im Gemeinderanking bei der Gruppe «Reichtum» unterlegen. Müller: «Städte sind deshalb benachteiligt.»

Auch Unterengstringens Peter Trombik ist skeptisch. «Ich glaube nicht, dass jemand wegen einer guten Platzierung nach Unterengstringen zieht.» Doch für heitere Diskussionsmomente unter Gemeindepräsidenten sei die Rangliste allemal gut, findet Trombik.

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