Dietikon
Dietikon will noch selbstbewusster werden

Die Stadt will «noch attraktiver und bekannter» werden. Dafür wurde eigens eine neue Wirtschaftsstrategie verabschiedet. Die Förderungs-Aktion kostet Dietikon 34 000 Franken.

Matthias Kessler
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Selbstbewusst die Zukunft gestalten

Selbstbewusst die Zukunft gestalten

Limmattaler Zeitung

Otto Müller lacht. «Die Ausführungen hätten für ein ganzes Regierungsprogramm gereicht», sagt der Dietiker Stadtpräsident. Die Aufgabe des Stadtrats sei es dann gewesen, «die Flughöhe zu reduzieren, das Ganze zu konkretisieren und zu komprimieren» – und schliesslich natürlich noch zu genehmigen.

Erstmals liegt eine Wirtschaftsstrategie für die Stadt Dietikon vor, erarbeitet vom erweiterten Wirtschaftsrat, einem Scharniergremium zwischen Gewerbe, Wirtschaft und Politik, das von Otto Müller präsidiert wird und aus Vertretern von Vereinigung Zentrum Dietikon, Industrie- und Handelsverein sowie dem Gewerbeverein besteht; für die Ausarbeitung der Strategie wurden weitere Personen hinzugezogen, so die Stadträte Rolf Schaeren und Jean-Pierre Balbiani sowie Gemeinderat Rolf Stucki.

Ein Legislaturziel im Jahr 2006

Das Ausarbeiten einer solchen Strategie hatte sich der Stadtrat im Jahr 2006 als Legislaturziel gesetzt. Erreicht wurde es somit mit leichter Verspätung und nach «einem langen Prozess», so Müller – Kostenpunkt: 34 000 Franken.

An drei Workshops erörterten die beteiligten Personen, unterstützt von externen Beratern der Firma Grischconsulta AG, die künftige wirtschaftliche Ausrichtung der Stadt. Dabei wurden zwei Schwerpunkte gebildet: der Standort Dietikon einerseits, Gebietsentwicklungen andererseits.

Unter dem Punkt Standort wird angemerkt, dass Dietikon einst ein Bauerndorf gewesen sei, derzeit als «Wirtschaftsstandort mit viel Wachstumspotenzial» wahrgenommen werde und in Zukunft «eine Erlebnisstadt und Wirtschaftsstandort mit Lebensqualität» sein soll.

«Über den Begriff Erlebnisstadt haben wir lange diskutiert», sagt Standortförderin Jasmina Ritz dazu. Damit solle insbesondere die Vielfalt der Stadt ausgedrückt werden, «eine Stadt, in der etwas läuft, in der etwas geboten wird», so Ritz. Und: «Der Begriff soll sinnbildlich für das Selbstbewusstsein Dietikons stehen – Selbstbewusstsein steht der Stadt durchaus gut an.»

Für eine Belebung des Zentrums

Die Standortförderung soll dabei ein wichtiges Instrument bei der Umsetzung der Strategie sein. Auf der einen Seite soll sie sich um die Wirtschaftsförderung kümmern, um Bestandespflege der ansässigen Unternehmen, um Ansiedlungen, um Netzwerkarbeit, um eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts.

Auf der anderen Seite geht es für die Standortförderung um das Standortmarketing. Darunter werden gemäss Strategiepapier die «Kommunikationsaktivitäten der Stadt (Werbung und Öffentlichkeitsarbeit), Imageförderung, Steigerung des Bekanntheitsgrads» verstanden.

«Dietikon soll als Wirtschaftsstandort mit Lebensqualität noch attraktiver und bekannter werden», heisst es im Fazit zum Aspekt Standort. Zur Optimierung der Rahmenbedingungen seien zudem ein fliessender motorisierter Individual- und öffentlicher Verkehr» wichtige Kriterien. Dazu gehörten auch eine Belebung des Stadtzentrums und der Bau von qualitativ hochwertigem Wohnraum.

Bezüglich Wohnraum sind die Gebietsentwicklungen von grosser Bedeutung. In der Strategie werden deshalb zu den vier Gebieten Silbern-Lerzen-Stierenmatt, Limmatfeld, Niderfeld und Zentrum mit einem Zeithorizont bis 2020 jeweils gesondert Ziele und Massnahmen erläutert.

So sind beispielsweise fürs Limmatfeld als Ziele unter anderem die Fertigstellung des Stadtteils, die optimale Erschliessung vom Zentrum her, die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze und das Bestehen eines «vielseitig nutzbaren Bildungszentrums mit Volksschule und Tagesstrukturen» festgehalten.

Als Massnahmen wurden die Umsetzung des Gestaltungsplans, eine enge Zusammenarbeit mit Planern und Grundeigentümern sowie die laufende Anpassung der Schulraumplanung definiert.

Bereits das nächste Aufgebot

Das Erarbeiten einer Strategie sei das eine, meint Jörg Schlatter, Geschäftsstellenleiter der UBS Dietikon und Mitglied im erweiterten Wirtschaftsrat. Die Umsetzung sei nun aber etwas anderes. Da sei wieder Einsatz gefordert, es brauche Leute, die sich engagierten. Und dazu sei er gerne wieder bereit. «Das nächste Aufgebot», schmunzelt Schlatter, «habe ich bereits erhalten.»