Handball
Dietikon-Urdorf legt nach der Niederlage Protest ein

Die Limmattaler verlieren nach einer schwachen Leistung gegen das Schlusslicht Pfadi Youngsters Kloten mit 27:33 in der 1. Liga. Trainer Karsten Hackel glaubt, am grünen Tisch gegen die Wertung vorgehen zu können.

Raphael Biermayr
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HCDU-Trainer Karsten Hackel (M.) füllt das Protestformular aus.

HCDU-Trainer Karsten Hackel (M.) füllt das Protestformular aus.

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Wie ein Schuljunge sass Karsten Hackel nach dem Match am Zeitnehmerpult vor einem Blatt Papier. Er machte ein Gesicht, als würde er eine schwierige Prüfung schreiben.

Doch der Eindruck täuschte: Der Trainer des HC Dietikon-Urdorf füllte das Protestformular aus, um gegen die Wertung der Begegnung mit Pfadi Youngsters Kloten vorzugehen.

Abwurf statt Freiwurf

Das Spielreglement in der Hand und den Frust auf der Zunge tragend, erläuterte er seinen Einwand dem Verbandsdelegierten. Was war geschehen? Nach einem Unterbruch, weil Gäste-Torhüter Cyrill Strasser im Gesicht getroffen worden war, liessen die Schiedsrichter mit einem Abwurf weiterspielen.

Ursprünglich hatten sie aber auf Freiwurf für die Gäste entschieden gehabt, weil der Ball - von HCDU-Kreisläufer Olaf Blome zuletzt berührt - ins Seitenaus gekullert war. Mit dem Protest wird sich nun der Verband befassen.

Die Strafengebung mag nicht immer transparent gewesen sein: Für die schwache Vorstellung des HCDU konnten die Referees nichts. Diese Ansicht teilte Luzi Tiefenauer, der im Mittelblock oft düpiert worden war.

Tiefenauers Einsicht

«Wenn man mit sechs Toren Unterschied verliert, sind nicht die Schiedsrichter schuld», hielt er fest. Die deutliche Abfuhr (27:33) der zuvor zweimal siegreichen Equipe war das Resultat einer von Anfang an unzureichenden Deckungsleistung, während die Gäste um den Ex-Nationalspieler Severin Brüngger den Limmattalern kaum Räume zugestanden. Man spürte, dass das Schlusslicht dieses Spiel der letzten Chance unbedingt gewinnen wollte.

Dabei geizte Pfadi nicht mit Härte, was den HCDU sichtbar aus dem Konzept brachte und den Willen zum Tempogegenstoss zerstörte. Dietikon-Urdorf führte im ganzen Match nur zweimal, ehe es nach dem 8:8 in der 18. Minute auf die Verliererstrasse geriet und in der Schlussphase der ersten Halbzeit (14:18) sogar einen Gegentreffer in doppelter Überzahl hinnehmen musste.