Freiwilligenarbeit

Dietiker und Geroldswiler Helfer lassen sich von Corona nicht abschrecken

Im Dietiker Chrüzi-Kafi und im Treffpunkt Foyer der reformierten Kirche Geroldswil sind zahlreiche Helfer tätig. Die letzten Monate haben gezeigt: Arbeit auf freiwilliger Basis kann auch in Krisen funktionieren.

Ob am Arbeitsplatz oder von zu Hause aus: Trotz Corona gehen viele Menschen in irgendeiner Form ihrer Arbeit nach. Doch wie steht es um freiwilliges Engagement? Hält die Pandemie die Helferinnen und Helfer von der Freiwilligenarbeit ab? Im Chrüzi-Kafi auf der Dietiker Freizeitanlage Chrüzacher ist dies nicht der Fall. «Fast keine Helferin verzichtet seit der Coronakrise auf die Einsätze im Chrüzi-Kafi», sagt Vreni Kunz, eine der freiwilligen Helferinnen im Café. «Ein paar wenige haben ihr Engagement momentan auf Eis gelegt, weil sie zur Risikogruppe gehören oder mit der Familie viel stärker ausgelastet sind.»

Ausser den bekannten Corona-­Schutzmassnahmen wie dem Maskentragen, Händewaschen, Desinfizieren der Tische, Abstandhalten und Aufnehmen der Kontaktdaten habe sich im Kafi nicht viel geändert, sagt Kunz. «Die Gäste kommen nach wie vor und das Café läuft gut. Wir haben uns stets der aktuellen Situation angepasst.»

Auch pensionierte Helfer kommen noch zur Arbeit

Im Treffpunkt im Foyer der reformierten Kirche in Geroldswil sieht es ähnlich aus. «Ich war sehr positiv überrascht von unserem Helferteam», sagt die Verantwortliche Manuela Müller. «Nur eine Person von den insgesamt 15 Helfern hat sich zurückgezogen, weil sie der Risikogruppe angehört. Dabei haben wir auch einige pensionierte Freiwillige. Dem Team gebührt ein grosses Lob.» Da sie jetzt sowieso alle Masken tragen müssen, sind die ehrenamtlichen Helfer besser geschützt. Nach dem Lockdown habe sie einen Besucherrückgang festgestellt. Im Sommer sei das Café aber gut gelaufen, da man auch draussen sitzen konnte, sagt sie. «Das ist jetzt leider nicht mehr so gut möglich.»

Auch im Chrüzi-Kafi sind die Besucherzahlen stark wetterabhängig: Die 15 Helferinnen versorgen bei schönem Wetter bis zu 50 Gäste an einem Tag. «Wir sind immer auf der Suche nach helfenden Händen», sagt Kunz. «Bei grösseren Festen haben wir zum Teil Personalengpässe.» Vor einem Jahr hat Kunz im Chrüzacher angefangen. «Nach meiner Pensionierung habe ich ein Jahr lang meinen Ruhestand genossen, doch dann wollte ich wieder eine Beschäftigung haben», sagt sie. In der Zeitung sei sie auf ein Inserat gestossen, in dem Helfer für das Kerzenziehen gesucht wurden. Als sie sich dort gemeldet habe, hiess es, beim Kerzenziehen brauche es keine Helfer mehr, dafür aber im Chrüzi-Kafi.

«Mir gefällt es, dass ich bei der Arbeit im Café wieder mit Jungen und Kindern zusammen sein kann», sagt Kunz, die seit 30 Jahren in Dietikon wohnt und vor dem Ruhestand als Pflegefachfrau gearbeitet hat. «Ich finde die Anlage des Chrüzachers sehr schön, es ist ein toller Ort.» Es ­gefalle ihr auch, dass die Arbeit im Café so flexibel sei. «Als Mutter von vier ­Kindern bin ich mir die Arbeit gewohnt und mache sie sehr gerne», sagt sie.

Dass sie für ihre Arbeit im Chrüzacher nicht bezahlt wird, stört Kunz nicht. «Mir ist klar, dass man das Chrüzi-Kafi nicht machen könnte, wenn die Helferinnen dabei etwas verdienen würden», sagt sie. «Das Geld spielt bei meinem Engagement im Café keine Rolle. Wichtiger ist, dass ich spontan sein und Neues ausprobieren kann.» Die Gäste seien den freiwilligen Helferinnen dankbar und drücken ihre Wertschätzung auch immer wieder aus.

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