Nach dem Suizid einer 13-jährigen Spreitenbacher Schülerin brüstete sich eine Jugendliche aus Dietikon damit, das Opfer gemobbt zu haben, und drohte einem weiteren Mädchen. Die Mobberin war bis vor kurzem Schülerin einer Dietiker Schule.

Inzwischen hat sie die Schule verlassen, wie der Dietiker Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani (SVP) auf Nachfrage gestern mitteilte. Näheres wollte er dazu nicht sagen, auch nicht, ob die Schülerin wegen ihrer wiederholten Cybermobbing-Taten gehen musste.

Cyber-Mobbing bis zum Tod

In Spreitenbach nahme sich eine Schülerin mutmasslich wegen Cybermobbing das Leben. Wie sollen Schulen und Eltern damit umgehen? Wie kann man solche Taten verhindern?

Balbiani zeigte sich mitgenommen von der Dimension des Psychoterrors in diesem aktuellen Fall. «Ein Kind durch Suizid zu verlieren, ist das Schrecklichste, was Eltern passieren kann.»

Die Schülerinnen und Schüler der fraglichen Dietiker Schule seien vom Schulpsychologischen Dienst betreut worden. «Cybermobbing ist aber im Rahmen des ICT-Konzepts ein ständiges Thema an den Dietiker Schulen», bekräftigte Balbiani.

Das Medien- und ICT-Konzept (Information and Communication Technologies) findet seit zwei Jahren Anwendung in vielen Zürcher Volksschulen. Altersgerecht für alle Stufen soll mithilfe des Konzepts auf die Entwicklungen der modernen Mediengesellschaft reagiert werden.

Im Konzept wird festgelegt, wie und inwiefern der Unterricht und die Schulorganisation diesen Entwicklungen angepasst werden müssen. Cybermobbing ist aber kein zentraler Punkt des Konzepts.

Anonymität garantiert

In einem akuten Fall sei aber sicher der Schulpsychologische Dienst oder die Schulsozialarbeit die richtige Anlaufstelle, egal, ob der Schüler selbst der Gemobbte sei oder ob er lediglich von einem Mobbing erfahren habe, so Balbiani. «Die Mitarbeiter dort wissen, was zu tun ist, und unterliegen in jedem Fall der Schweigepflicht.» Die Anonymität der Hilfesuchenden sei also garantiert.

Auf die Frage nach der Prävention von künftigen Cybermobbing-Handlungen mit schrecklichen Folgen äusserte sich Balbiani pessimistisch. «So etwas können Schulen nicht verhindern, zumal es meistens ausserhalb der Schule passiert. Und ich fürchte, es wird wieder passieren.»