Zum zweiten Mal in Folge hat der 18-jährige Informatiker Tim Rhomberg im letzten Jahr die Lehrlingsmeisterschaften gewonnen. An den Swiss-Skills erzielte der Urdorfer im Bereich Systemtechnik 97,19 Punkte und wurde damit zum Gesamtsieger gekürt. Dann stand die Qualifikation zur World-Skills, also der Weltmeisterschaft an, die er souverän bestand. Diese findet dieses Jahr vom 22. bis 27. August in Kazan, Russland, statt. Rhomberg wird an den 45. Berufs-Weltmeisterschaften als einer von drei Schweizern aus dem IT-Bereich sein Land vertreten.

Der Urdorfer absolviert seine Lehre mit Berufsmaturität bei der Organisation und Informatik Stadt Zürich und wird sie diesen Sommer abschliessen. Um sich für die Swiss-Skills in Form zu bringen, stellte ihm sein Arbeitgeber zeitweise zwei Arbeitstage pro Woche zur Verfügung. So konnte er sich genügend vorbereiten, ohne allzu viel Freizeit einzubüssen.

«Botschafter für Zürich»

Der Preis für seinen Erfolg wurde ihm nun am Mittwoch am ersten Infotag der Lehrbetriebe der Stadt Zürich übergeben. Anwesend waren unter anderem Stadtrat Daniel Leupi (Grüne), als Finanzvorstand der oberste Personalchef der Stadt Zürich, und Armin Lutz, Leiter Marketing und Kommunikation von Debrunner Koenig. Deren Tochterunternehmen, Debrunner Acifer, ist Gold-Sponsor der Swiss-Skills und stellt jeweils den Preis zur Verfügung.

Gewonnen hat Tim Rhomberg ein Auto, das er für ein Jahr fahren darf. Es sei ein topmodern ausgestattetes Auto, nur digitale Anzeigen – das würde Rhomberg gefallen, sagte Lutz bei der Übergabe. Die Idee, den Gewinnern der Swiss-Skills einen Preis zu überreichen, hatte Lutz bei einer Preisverleihung: «Da haben die Gewinner einen Händedruck bekommen für ihre Leistung und das wars. Da hab ich mir gedacht: Bei einer Miss-Wahl erhält die Siegerin auch ein Auto. Die Gewinner der Lehrlingsmeisterschaften haben das auch verdient», sagte er. Rhomberg kann zwar noch nicht fahren, dafür hat er für die anstehenden Fahrlektionen zusätzlich einen Gutschein von Swiss-Skills erhalten.

Auch für Leupi war es ein spezieller Tag: «Ich stehe selten mit Goldmedaillen-Trägern auf einer Bühne», sagte er. Er sprach weiter über den ersten Infotag der Lehrbetriebe der Stadt Zürich. Das erste Mal seien alle 70 Abteilungen an einem Ort. «Die Stadt Zürich nimmt das duale Berufssystem ernst», so Leupi. Das zeige sich auch darin, dass sie die grösste Lehrstellenanbieterin im Kanton sei.

Abwechslungsreiche Lehre

«Tim ist auch so etwas wie ein Botschafter für die Stadt Zürich», sagte Leupi. Er fragte Rhomberg, wieso sich dieser für eine Lehre bei der Stadt entschieden hatte. «Sie hat ein vielseitiges Angebot und verschiedene Abteilungen», sagte Rhomberg. Am besten gefallen ihm die abwechslungsreiche Arbeit, zum Beispiel eigene Projekte, und auch die Zusammenarbeit im Team. Leupi fragte weiter, ob das denn nicht ein grosser Stress sei. Schliesslich partizipiert Rhomberg nicht nur an Meisterschaften, sondern muss ja auch noch arbeiten und lernen. Da er die Berufsmatur auch noch macht, wird er dort zusätzlich gefordert. «Als Ausgleich schwimme ich einmal pro Woche im Schwimmclub Urdorf», sagte der 18-Jährige darauf. Und auf die Frage, was denn sein Ziel an den Weltmeisterschaften sei, antwortete er: «Ich möchte mich mit internationalen Konkurrenten messen und mein Bestes geben.»

Nachdem er die Lehre diesen Sommer abgeschlossen haben wird, möchte Rhomberg Informatik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften studieren. Ob er danach arbeiten oder den Master in Angriff nehmen wird, weiss er noch nicht. Und jetzt stehen sowieso zuerst die Weltmeisterschaft und die Lehrabschlussprüfung auf seinem Programm.