Früher sind Nils Planzer, Mitinhaber des Dietiker Transportunternehmens, und Michael Antonopoulos, CEO der Kieser Training AG, Nachbarn gewesen. Heute sind die beiden Limmattaler je zur Hälfte Eigentümer der Kieser Training AG, wie das Unternehmen mitteilt. Der Plan für die Übernahme schmiedeten die beiden auf dem Tennisplatz, wo sie oft über geschäftliche Angelegenheiten sprachen. «Plötzlich wurde aus der Idee auf dem Tennisplatz ernst», sagt Planzer am Telefon.

Vor genau 50 Jahren hat der gebürtige Bergdietiker Werner Kieser die Kieser Training AG gegründet. «Nun war es an der Zeit, das Unternehmen der nächsten Generation zu übergeben», sagt er auf Anfrage. Dieser Generationenwechsel war von langer Hand geplant, wie Antonopoulos am Telefon sagt: «Mit Nils Planzer haben wir vor fünf Jahren jemanden in den Verwaltungsrat geholt, der in seinem Familienunternehmen erfolgreich eine Nachfolgeregelung umsetzen konnte.»

Werner Kieser (r.) zu Beginn seiner Karriere auf einem seiner Trainingsgeräte.ho

Werner Kieser (r.) zu Beginn seiner Karriere auf einem seiner Trainingsgeräte.ho

Firma schrittweise übergeben

Bereits 2013 übernahm Antonopoulos zehn Prozent der Aktien. «Das Angebot, die Firma zu übernehmen, war eine einmalige Gelegenheit für mich, weil ich als langjähriger Geschäftsführer weiss, worauf ich mich einlasse», sagt Antonopoulos. Für Planzer ist das Engagement hingegen privater Natur: «Meine Beteiligung am Unternehmen hat nichts mit meiner Transportfirma zu tun», bekräftigt er. 

Beim Generationenwechsel sei es wichtig, dass die Verantwortung schrittweise übergeben wird. «Um als Gründer Distanz zum Unternehmen zu gewinnen, braucht es Vertrauen und Zeit», sagt Planzer. Auch bei der Kieser Training AG scheint diese Taktik aufzugehen, wie ein Statement von Kieser zeigt: «Mit Antonopoulos haben wir den idealen Nachfolger gefunden. Er hat unser Vertrauen und kennt die Firma nach zwölfjähriger Tätigkeit in- und auswendig.»

Sie trainieren auf Kieser-Geräten

Die beiden neuen Inhaber wollen expandieren. Heute ist das Unternehmen mit 139 Studios in fünf Ländern präsent, mit 7 davon in der Schweiz. In Zukunft soll insbesondere der Heimmarkt Schweiz besser erschlossen werden. Aber auch in andere Länder möchten sie vordringen. In China beispielsweise wird diesen Sommer ein erstes Studio eröffnet. «Unserer Kernkompetenz, der Stärkung des Bewegungsapparats, wollen wir dabei treu bleiben», so Antonopoulos. Mit allen Fitness-Trends mitzuhalten, sei nicht das Ziel der Marke.

Der medizinische Fokus der Marke sagt beiden auch privat zu. Sie trainieren jede Woche auf den Geräten, die von Kieser und seinem Unternehmen entwickelt wurden. Während Antonopoulos im Studio am Firmensitz in Zürich anzutreffen ist, kann Planzer im eigenen Keller trainieren.
Werner Kieser, der sich mit 76 Jahren aus der Leitung des Unternehmens zurückzieht, bleibt dem Unternehmen als Ideengeber erhalten. Seine knapp 20 Jahre jüngere Ehefrau Gabriela übernimmt das Verwaltungsratspräsidium und sorgt so für Kontinuität. Der Zürcher Pionier, wie Kieser von Wissenschaftsjournalist Beat Glogger bezeichnet wird, will auch in Zukunft an neuen Geräten tüfteln.