Musik

Diese Unterengstringerin trat schon im Hallenstadion auf

Heidi Fries aus Unterengstringen ist schon vor 17'000 Personen aufgetreten.

Musik ist Heidi Fries' Leidenschaft, und diese lebt die 48-jährige Klarinettistin bereits seit sie zehn Jahre alt ist aus.

Heidi Fries hat ihr Lieblingsinstrument im Alter von zehn Jahren entdeckt: die Klarinette. Es ist die Leidenschaft der 48-Jährigen, die aus einer Musiker-Familie stammt. «Ich bin in einer zehnköpfigen Familie aufgewachsen und alle haben ein Instrument gespielt», sagt die Unterengstringerin. Ihre Anfänge machte sie in der Jugendmusik und wechselte später zur Harmoniemusik Littau. Aufgewachsen in Luzern, fand sie in Unterengstringen vor 23 Jahren ein neues Zuhause. «Als ich meinen Mann kennen gelernt habe, bin ich hierher gezogen», sagt sie. Ihr Ehemann Beat Fries, mit dem sie sechs Kinder hat, spielt Trompete. «Als unsere Kinder klein waren, haben sie auch je ein Instrument gespielt», sagt Fries. Mit dem Alter hätten sie aber keine Zeit oder kein Interesse mehr am Musizieren gehabt. «Wir haben früher zusammen zu Weihnachten Lieder einstudiert, das war immer sehr schön.»

Zu Hause in der Ländlermusik

Fries schloss sich nach ihrem Umzug ins Limmattal rasch der Engstringer Bauernkappelle an. Vor fünf Jahren entschied sie sich, bei mehrmals jährlich stattfindenden Ländler-Stubete in der «Linde» in Weiningen mitzumachen, unter anderem um neue Kontakte zu knüpfen. «Ich dachte mir: Jetzt will ich es noch einmal wissen», sagt die Klarinettistin. Sie tritt jährlich an fünf bis sechs Stubeten auf. «Es ist eine gute Routineübung.» Schon als kleines Kind sei sie von der Ländlermusik fasziniert gewesen. «Aber kein Musiklehrer wollte mir das beibringen», sagt sie. Damals hätte sie nur klassische Lieder spielen dürfen. Jetzt lebt sie ihre Liebe zur Ländlermusik endlich aus.

Dennoch widmet sich die Unterengstringerin auch anderen Genres. «Mir gefällt alles. Von Pop über Klassik bis hin zu Jazz.» Einen Lieblingskomponisten hat sie nicht: «Jeder Komponist hat eine Spezialität und ist auf seine Art faszinierend.» Am anspruchsvollsten sei Mozart. «Man muss verstehen, was der jeweilige Komponist mit seinem Lied sagen will und das auch ausdrücken», so die Vollzeit-Mutter.

Fries ist nicht nur leidenschaftliche Klarinettistin, sondern auch sehr erfolgreich. «Vor ungefähr zehn Jahren hatten wir einen Auftritt im Hallenstadion vor 17 000 Leuten beim Musikantenstadl.» Das sei eines ihrer persönlichen Highlights gewesen. Auch im Fernsehen durfte sie bereits musizieren. «Ich hatte einen Auftritt in der Sendung ‹Potzmusig› mit Edy Wallimann als ‹Heidi-Kapelle›», erzählt sie stolz. Wallimann ist ein bekannter Komponist und Musiker, sein Schwerpunkt liegt auf Ländler. Bei diesem Projekt habe sie Barbara Meienberger kennen gelernt. «Wir sind nach dem Fernseh-Auftritt in Kontakt geblieben», sagt Fries. Daraus sei die Idee entstanden, gemeinsam bei der immer Freitagabend stattfindenden Feierabendmusik in der Dietiker St. Agatha-Kirche aufzutreten. Diesen Freitag musiziert sie zusammen mit Meienberger und Organist Bernhard Hörler, der die Feierabendmusik gegründet hat und ein guter Musik-Freund von ihr ist.

Sie ist ein Multitalent

«Ich werde häufig für Projekte angefragt, oder um irgendwo auszuhelfen», sagt Fries. Es habe sich herumgesprochen, dass sie eine gute Klarinettistin sei. Sie hat sich zusätzlich noch das Alt-Saxofon beigebracht. «Das mache ich aber erst seit drei Jahren.» Manchmal spielt sie auf dem Schwyzerörgeli. Wenn sie die Örgeli spielt oder hört, gehe ihr das Herz auf. «Sie stellen für mich ein Heimatgefühl dar», sagt das Multitalent.

Wie steht es um das Lampenfieber? Es komme schon mal vor, dass sie nervös werde. «Aber eigentlich nur wegen der Zeit», sagt sie und lacht. «Ich brauche vor Auftritten ein paar Minuten für mich.» Deswegen werde sie erst hibbelig, wenn sie unter Zeitdruck stehe und nicht rechtzeitig dort sei. «Durch meine langjährige Erfahrung bin ich in der Regel sehr gelassen.»

Ihr zeitintensives Hobby ist organisatorisch herausfordernd. Fries übt vier bis sechs Mal pro Woche und hat häufig Auftritte. «Ich muss immer dafür sorgen, dass jemand bei den Kindern ist», sagt sie. Alles könne sie natürlich nicht machen. «Aber manchmal muss ich mir einfach Zeit stehlen.»

Verwandtes Thema:

Autorin

Michelle Panza

Michelle Panza

Meistgesehen

Artboard 1