Birmensdorf

Die Vögelchen der Ballettschule verzauberten das Publikum

100 Schülerinnen der Ballettschule Birmensdorf inszenierten das Märchen «Schneewittli und die sieben Zwerge».

Am Samstagabend hatten rund 100 Kinder und Jugendliche der Ballettschule Birmensdorf bei der Inszenierung des Märchens «Schneewittli und die sieben Zwerge» ihren grossen Auftritt. Kurz vor der Aufführung, die alle zwei Jahre stattfindet, herrschte im Gemeindezentrum Brüelmatt reges Treiben. Mädchen in wippenden Tutus trippelten die Treppen rauf und runter. Mittendrin: Clelia Bianca-Gastini, die für die künstlerische Leitung verantwortlich zeichnete. «Die Kinder sind enthusiastisch», bemerkte sie mit einem Lächeln. «Es ist eine Aufführung für sie, in erster Linie muss es ihnen gefallen.»

Seit den Sommerferien wurden fleissig Choreografien geübt. «Jetzt können wir zeigen, was wir über die Wochen einstudiert haben», sagte die Zwölfjährige Jorina aus Uitikon. Die Vorfreude stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sie machte bereits zum dritten Mal mit. In der Rolle von Schneewittlis Freundin wird sie erstmals Spitze tanzen dürfen. «Noch geht es mit der Aufregung», sagte sie und zupfte sich eine Blume im Haar zurecht, «aber das ändert sich, wenn ich hinter dem Vorhang stehe».

Den Auftakt machten die beiden Modern-Contemporary-Dance-Gruppen, choreografiert von Lorenza Berto. Ihre Interpretationen von Songs der US-amerikanischen Sängerinnen Billie Eilish und Beyoncé wurde mit begeistertem Applaus quittiert.

Lichtbilder versetzen die Zuschauer in den Märchenwald

Dann öffnete sich der Vorhang erneut. Schneewittli (Noemie Balzarini) tänzelte in einem romantischen Kostüm auf die Bühne. Die Kleinsten – manche gerade mal vier Jahre alt – hüpften ihr zum Entzücken des Publikums als gelbe Vögelchen nach. Wechselnde Lichtbilder, an die Bühnenrückwand projiziert, schufen die Szenerie, die von den jungen Tänzerinnen zum Leben erweckt wurde: der Schlossgarten, der verwunschene Wald oder der Thronsaal der Königin (Jasmin Häni).

Schneewittchen tanzt mit ihren Freundinnen im Garten.

Schneewittchen tanzt mit ihren Freundinnen im Garten.

Zu zauberhaften Melodien von Grieg, Verdi, Respighi oder Shostakovich schlugen Scharen
von Schmetterlingen mit ihren Flügeln, Hofkatzen wedelten mit ihren Schwänzen, Bären tanzten einen Reigen und graziöse Schwäne drehten sich en pointe. Es war eine wahre
Freude zu sehen, wie alle, Gross und Klein, ihr Können zeigten und Haltung bewahrten, als die Musik einmal kurz aussetzte.

Nach dem fröhlichen Zusammentreffen mit den sieben Zwergen kam es, wie es kommen musste: Ein Biss in den vergifteten Apfel und Schneewittli war tot. Bis ein Prinz des Weges kam und sie mit einem Kuss zurück ins Leben holte. Das Pas de deux, choreografiert von Connie Ferrara, die zugleich den Prinzen mimte, markierte das Finale einer gelungenen Vorstellung.

Der Beifall riss gar nicht mehr ab. Zuschauer Markus Forster aus Uitikon gefiel die Darbietung sehr: «Jedes Jahr werden die Choreografien besser, die Produktion aufwendiger», sagte er. Seine Tochter spielte ein Zwergli. «Es ist eine Freude zu sehen, wie sie sich weiterentwickelt.»

Der Kostümwechsel hinter der Bühne war stressig

Bianca-Gastini zeigte sich überglücklich. «Einen so vollen Saal hatten wir noch nie», sagte sie. Bislang habe sie nur positive Rückmeldungen erhalten. «Morgen wird es noch besser.» Vor der Garderobe wurde die 6-jährige Milla aus Birmensdorf von ihren Eltern geherzt. Sie war sichtlich stolz: «Das Publikum hat so lange geklatscht.» Es war ihre erste Aufführung überhaupt. Dabei musste sie hinter der Bühne ihr Kostüm wechseln – sie verwandelte sich von einem Vögelchen in einen Schmetterling. «Das war ein Stress», sagte sie. Glücklicherweise habe ihr ihre Mutter dabei geholfen. Auf die zweite Aufführung am Sonntagnachmittag freute sich Milla bereits. Dann nämlich schaute ihre Mutter aus dem Publikum zu.

Autor

Fabienne Eisenring

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