Unterengstringen

Die Vandalen weichen den Kameras bewusst aus – sechs Anzeigen wurden erstattet

Beleidigung der Polizei: ACAB steht für «All cops are bastards».

Beleidigung der Polizei: ACAB steht für «All cops are bastards».

Seit einigen Wochenenden verunstalten Vandalen regelmässig das Schulgelände in Unterengstringen. Die Schule geht von Wiederholungstätern aus. Den Überwachungskameras weichen sie bewusst aus.

Seit Wochen treiben auf dem Unterengstringer Schulareal Büel regelmässig Vandalen ihr Unwesen. Am vergangenen Wochenende sind, verteilt übers Schulareal, schwarze Sprayereien aufgetaucht, die dem FC Zürich huldigen, Polizisten verbal angreifen oder mit der eigenen Postleitzahl protzen.

«Mich regt es grausam auf. Seit der letzten Sommerferienwoche wird jedes Wochenende irgendwas demoliert», sagt Cino Maggi, Teamleiter des Hausdiensts. Ein Klimagerät auf dem Mittagstischcontainer sei völlig auseinandergenommen worden. Einmal liess er eine zerschlagene Aussenlampe beim Singsaal noch am gleichen Tag reparieren. «Am nächsten Morgen war die Lampe bereits wieder zerstört», sagt Maggi. Beim neusten Streich sei die gleiche Lampe komplett versprayt ­worden. Sie muss schon wieder ersetzt werden.

Auch Plexiglasscheiben seien zerschlagen worden. Einmal habe er ­morgens eine Corona-Hinweistafel «durchlöchert wie einen Emmentaler» vorgefunden. Ein andermal hatten Unbekannte mit von der Fernwärmebaustelle geklauten Werkzeugen grosse Löcher in die Buche vor dem Schulhaus geschlagen. «Es ist absolut mühsam. Wir vermuten, dass es immer die gleichen Täter sind, die uns gezielt heimsuchen», sagt der Unterengstringer Schulpräsident Beat Fries (parteilos).

Auch schon Arealverbote ­ausgesprochen

«Am Wochenende hocke ich wie auf Nadeln und frage mich, wie es am Montag wohl aussieht», sagt Maggi. Das Schulgelände sei bei Teenagern auch zum Feiern beliebt, weil es viele geschützte Ecken biete. Die Partygänger würden zwar auch immer wieder Abfall hinterlassen, seien aber harmlos im Vergleich zu den Vandalenakten. «Kürzlich habe ich auf der Videokamera gesehen, wie eine Gruppe morgens um 1 Uhr fein säuberlich aufräumte, bevor sie ging», sagt er.

Zu Beginn des Lockdowns sei er noch erstaunt gewesen, wie ruhig es auf dem Schulgelände war, sagt Maggi. Im Sommer habe der Vandalismus wieder zugenommen. Aber nicht in dem Masse, wie jetzt. Die Schule habe wegen Sachbeschädigung bereits Arealverbote ausgesprochen und alleine dieses Jahr schon sechs Mal bei der Polizei Anzeige erstattet, sagt Fries. «Ich komme mir langsam blöd vor, immer den gleichen Polizisten anrufen zu müssen», sagt Maggi. Aber es sei wichtig, Vandalismus konsequent zur Anzeige zu bringen.

Das Vandalismus-Problem auf dem Schulgelände ist nicht neu. Deswegen überwachen seit 2015 vier Kameras die einstigen Hotspots. Dank dieser habe man auch Täter überführen können. «Aber sie wissen mittlerweile, wie sie den Kameras aus dem Weg gehen können», sagt Fries. Aktuell seien deshalb vor allem andere Ecken auf dem Schulareal betroffen, sagt Maggi.

An einigen Orten müsste man zusätzliche Kameras montieren, damit die Überwachung wieder Wirkung zeige, sagt Fries. Er könne sich auch andere Optionen wie eine Belohnung, die zur Überführung der Täterschaft beiträgt, vorstellen. Auf jeden Fall müsse nun etwas passieren, damit die sinnlose Zerstörung aufhöre.

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