«Wir wissen, dass du lieber Wein als Blumen hast», sagte Marcel Zirngast, Präsident der EVP Urdorf, zu Sandra Rottensteiner (EVP) und drückte ihr eine Flasche eines edlen Tropfens in die Hand. Im Restaurant Steinerhof feierten die Mitte-Parteien gestern Nachmittag ihre gewählten Gemeinderäte im Parterre, einen Stock über ihnen, auf dem «Heuboden», versammelte sich die SVP zur Wahlfeier. Eine Gehminute entfernt, stiess die SP im Bachschulhaus an.

Grund zu feiern hatten alle. In erster Linie aber Rottensteiner. Sie erzielte mit 1530 Stimmen das beste Resultat aller sieben Kandidaten. Zudem wurde sie mit 1321 als Gemeindepräsidentin bestätigt. Das zweitbeste Resultat erreichte Thomas Hächler (FDP) mit 1375 Stimmen vor seinem Parteikollegen Oliver Buchs (1319 Stimmen) und SP-Mann Andreas Herren (1306 Stimmen). Danilo Follador (CVP), der vor einem Jahr in Stiller Wahl in die Exekutive gewählt wurde, wurde nun von den Stimmbürgern mit 1301 Stimmen direkt bestätigt. Der parteilose Urs Rimensberger erhielt 1297 Stimmen. Neu in den Gemeinderat gewählt wurde Adrian Stutz von der SVP mit 1015 Stimmen. Er rückt für den scheidenden Liegenschaftenvorstand Roland Stämpfli (SVP) nach, der seine Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen zurückzog.

Auch wenn mit sieben Kandidaten und sieben zu besetzenden Sitzen die Wahl der Exekutive wenig Platz für Überraschungen offen liess, freuten sich die sechs Wiedergewählten und der Neugewählte über die Ergebnisse. «Das gute Resultat ist eine Bestätigung für mich», sagte Rottensteiner, die bereits seit acht Jahren als Gemeindepräsidentin amtet. Sie habe viele positive Feedbacks vor der Wahl erhalten. «Letztendlich weiss man aber nie, wie gut man abschneidet.» Die 53-Jährige freut sich auf die kommenden vier Jahre. «Es warten Herausforderungen auf uns.» Im Juli will sie die Arbeit am Strategieprozess und dem Leitbild der Gemeinde in Angriff nehmen. «Wir müssen herausfinden, wie sich Urdorf in den nächsten Jahren entwickeln soll.» Eine wichtige Frage sei dabei: «Was machen wir, damit Urdorf lebenswert bleibt.»

Lebensqualität erhalten

Die Lebensqualität ist auch für Thomas Hächler ein wichtiges Stichwort. «Ich möchte in meiner siebten Amtsperiode nichts Revolutionäres durchsetzen. Mein Ziel ist es, die gute Lebensqualität in Urdorf zu erhalten.» Er sei sehr zufrieden mit seinem Resultat. «Ich habe immer noch Freude an meinem Amt und das scheinen die Stimmbürger gemerkt zu haben», sagte der Finanzvorstand. Erfreut war auch Andreas Herren. «Es ist schön, mit einem praktisch unveränderten Gremium weiter arbeiten zu können.» Sein Anliegen in der dritten Amtsperiode sei, die integrierte Gesundheitsversorgung voranzutreiben.

Freude herrschte auch bei Adrian Stutz. «Es ist schön, dass es geklappt hat.» Der 48-Jährige erklärte sich seine Wahl durch seine Nähe zur Bevölkerung. «Man kennt mich in Urdorf. Ich bin hier aufgewachsen, Mitglied in vielen Vereinen und Jäger.»