Dietikon

Die Stadt will ihr Image zurechtrücken

Die Wirtschaftsstrategie 2025 setzt auf bestehende Werte, verzichtet aber auf einen Slogan.

Die Stadt Dietikon hat eine neue Wirtschaftsstrategie erarbeitet: Sie sieht sich dabei nicht nur «als prosperierenden Wirtschaftsstandort, der sich im überregionalen Standortwettbewerb behauptet» – sie soll sich auch «in manchen Aspekten abheben». Um dies zu erreichen, setzt die gestern vorgestellte Wirtschaftsstrategie 2025 auf eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik, eine klare Positionierung sowie eine enge Vernetzung von Behörden und Wirtschaft.

Das Ziel ist nicht einfach Wachstum per se, indem neue Unternehmen angelockt und angesiedelt werden, wie Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) und Standortförderer Adrian Ebenberger erklärten. «Auch die bisherigen Betriebe sind für die Stadt wichtig, um diese müssen wir uns ebenfalls kümmern, damit sie bleiben», sagte Bachmann. Und Ebenberger verwies darauf, dass auch der Raum für ein grosses quantitatives Wachstum fehle. «Wir müssen insbesondere qualitativ wachsen.»

Die Frage der Positionierung

Wie der Wirtschaftsstrategie zu entnehmen ist, will sich die Stadt Dietikon einerseits neu erfinden, sich dabei aber anderseits auf ihre alten Werte berufen. Als eines von sechs Themen sollen denn auch «Image und Positionierung» in die Region hinausgetragen werden.

«Dietikon hat mehr zu bieten als den bekannten Bruno-Weber-Park und die Böötli-Anlegestelle», sagte Ebenberger. Kulturell laufe, etwa mit dem neuen «Gleis 21», viel. Es bestünden viele Freizeitmöglichkeiten. Und in der Wirtschaftsstrategie steht zu Dietikons Stärken, dass das Verkehrsangebot exzellent sei, die Nähe zu Berufsschulen, Fachhochschulen und Unis einen sehr guten Zugang zum Arbeitsmarkt biete und eine moderne Infrastruktur bestehe. Mittels all diesen Werten soll sich die Stadt positionieren: Sie soll «als dynamischer Wirtschaftsstandort für innovative Unternehmen bekannt» sein.

Doch wie sich die Stadt Dietikon genau positionieren wird, ist noch offen. Gemäss Wirtschaftsstrategie soll «ein klares Zukunftsprofil als Wirtschaftsstandort» noch entwickelt werden. Auch ein Konzept zum Standortmarketing ist noch zu erstellen. Als Idee steht im Raum, dass sich Dietikon als ein Testfeld oder als Know-how-Hub für Innovationen positioniert, meinte Bachmann. Er sprach «von einer Art Labor», das im Niderfeld entstehen könnte. Wie sich die Stadt positioniere, sei aber noch nicht definiert, der Fächer sei diesbezüglich ganz offen, ergänzte Ebenberger.

Beschränkter Einfluss im Zentrum

Ein weiterer Schwerpunkt in der Wirtschaftsstrategie ist dem Stadtzentrum gewidmet. Dieses soll seinen Charakter als Begegnungsort bewahren und seine Funktion als Mittelpunkt des öffentlichen Lebens stärken. Stadtpräsident und Standortförderer hoffen dabei auch auf einen Investitionsschub, der durch den Bau der Limmattalbahn ausgelöst wird. Es tue sich viel, meinte Bachmann. Es werde bereits gebaut und noch mehr geplant.

Allerdings sind die Einflussmöglichkeiten der öffentlichen Hand beschränkt – am Ende entscheiden die privaten Eigentümer, ob und wie sie ihre Liegenschaften erneuern. Die Stadt sei mit den grossen Playern im Gespräch, meinte Bachmann. Mittels Gestaltungsplänen wären Win-win-Situationen möglich, indem den Besitzern höhere Ausnützungsziffern zugestanden werden, wenn sie im Gegenzug den öffentlichen Raum gut gestalten.

Die weiteren Themenschwerpunkte der Wirtschaftsstrategie 2025 umfassen die Bereiche Wirtschaftsförderung, Entwicklung von Arbeitsplatzgebieten, Dietiker Gewerbe sowie Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Behörden. Das Programm ist von der Politik und dem Gewerbe gemeinsam entwickelt worden. An der Ausarbeitung beteiligt waren mehrere Stadträte sowie Vertreter verschiedener Gewerbe- und Interessenvereinigungen. Diese Zusammenarbeit soll weitergeführt werden: «Für die Umsetzung der Strategie ist die Stadt auf die aktive Mitwirkung und Unterstützung der Wirtschaftsverbände, des Gewerbes und anderer wichtiger Akteure angewiesen», heisst es in der Wirtschaftsstrategie 2025. Erste gemeinsame Anlässe – etwa die Wiederbelebung des Events «Politik trifft Wirtschaft» erfolgen noch in diesem Jahr.

Die Stadt verzichtet dabei auf einen Slogan. Der in den vergangenen acht Jahren geführte Claim «Wirtschaftsstandort mit Lebensqualität» ist Geschichte. Dietikon soll mit seinen Werten, nicht mit einem Motto punkten, meinte Bachmann.

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