Dietikon

Die Stadt braucht einen Zustupf fürs Niderfeld

Das Dietiker Niderfeld ist die letzte grosse Baulandreserve im Limmattal. Die Stadt braucht für die Planung des künftigen Quartiers einen Zusatzkredit. Unter anderem weil Mehrkosten entstanden aufgrund von Abstimmungen mit dem Wasserbauprojekt Teischlibach.

Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat einen Zusatzkredit von 313 000 Franken für die Planung des künftigen Dietiker Quartiers.

Das Gebiet Niderfeld in Dietikon ist eine der letzten grossen Baulandreserven im Limmattal. Die Stadt ist deshalb bemüht, die Entwicklung des rund 40 Hektaren grossen Areals sorgfältig zu planen. Entstehen soll ein Quartier, das etwa 3000 Menschen Wohnraum und 4000 Arbeitsplätze bieten wird. Kern des Niderfelds wird ein grosser, zentral gelegener Park sein. Die Arbeiten am Gestaltungsplan laufen seit Herbst 2015. Seit zwei Jahren wird am Quartierplan gearbeitet, der die notwendige Feinerschliessung des künftigen Quartiers festlegt.

Für all diese Planungsarbeiten und diverse Abklärungen stand der Stadt ein Kredit von 798 000 Franken zur Verfügung. Doch dieser ist mittlerweile aufgebraucht, obwohl die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind.

Jetzt beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat, einen Zusatzkredit von 313 000 Franken zu bewilligen. Damit will die Stadt die Planung für das Quartier fertigstellen und anschliessend dem Kanton zur Prüfung vorlegen. Dieser hat das letzte Wort.

Der Kredit beinhaltet Mehrkosten von rund 139 000 Franken und ausstehende Arbeiten von 174 000 Franken.

Planung aufeinander abstimmen

«Wir benötigten erheblich mehr Koordinationsaufwand, als zu Beginn absehbar war», sagt Severin Lüthy, Leiter des Stadtplanungsamts Dietikon. Die Planung des Niderfelds sei sehr komplex, da verschiedene Sachplanungen aufeinandertreffen würden und die Rahmenbedingungen im Laufe der Zeit anspruchsvoller wurden. Der Gestaltungsplan und der Quartierplan müssen aufeinander abgestimmt sein. Hinzu kommt die Koordination mit weiteren Projekten wie etwa den Bauprojekten der umgebenden Staatsstrassen oder dem geplanten Regionalterminal der SBB.

Berücksichtigt werden musste ebenso die Limmattalbahn, die das Quartier erschliessen soll. «Die Linienführung der Limmattalbahn im Niderfeld musste beispielsweise bereits in der Phase der Gestaltungsplanung detailliert geklärt und mit den Verantwortlichen abgestimmt werden», so Lüthy.

Eine weitere Herausforderung stellte der Hochwasserschutz dar. Da die Reppisch im Hochwasserfall auch im Niderfeld für grossflächige Überschwemmungen sorgen könne, hätten dazu verschiedene Abklärungen vorgenommen werden müssen.

Der Kanton erfüllte die Erwartungen nicht

«Im Zentrum stand das Wasserbauprojekt Teischlibach, das neben ökologischen Aspekten und der Frage der Ausscheidung des Gewässerraums vor allem die Hochwasserproblematik der Reppisch zu lösen hat», so Lüthy. Man sei davon ausgegangen, dass ein Hochwasserschutzprojekt für die Reppisch zügig vom Kanton erstellt werde und sich zusätzliche Massnahmen für das Gebiet Niderfeld erübrigten. «Leider hat der Kanton diese Arbeiten sistiert und es ist nicht rechtzeitig mit Resultaten zu rechnen», sagt Lüthy. Deshalb musste die Stadt diese Aufgabe selbst übernehmen.

Für den Hochwasserschutz musste die Stadt deshalb ein separates Wasserbauprojekt erarbeiten. Überdies hätten die Arbeiten am Gestaltungsplan und am städtebaulichen Konzept immer wieder auf diesen Themenbereich ausgerichtet und angepasst werden müssen. Weitere Knackpunkte sind der Lärmschutz entlang der stark befahrenen Überlandstrasse sowie die Störfallvorsorge. Die Stadt liess dafür entsprechende Gutachten erstellen.

Abklärungen zum Verkehrsaufkommen

Des Weiteren stellte der Kanton hohe Anforderungen an die Verkehrsplanung. «In Spitzenstunden darf nur eine bestimmte Anzahl Fahrten vom Niderfeld erzeugt werden. Dies erforderte zum Beispiel vertiefte Abklärungen zur Parkierung im Gebiet», sagt Lüthy. Aufgrund der Vorgaben zum Verkehrsaufkommen musste die Stadt ein detailliertes Verkehrsgutachten erstellen.

Derzeit arbeitet man an der Fertigstellung von Gestaltungs- und Quartierplan, an der Revision der Bau- und Zonenordnung und am Wasserbauprojekt Teischlibach. «Ziel ist es, alle diese Planungsinstrumente dem Kanton in der ersten Jahreshälfte 2020 zur Vorprüfung vorzulegen», sagt Lüthy.

Gebaut wird das künftige Quartier frühestestens ab dem Jahr 2028. Das Niderfeld zählt zu den grössten geplanten Neubauquartieren der Schweiz.

Autor

Sibylle Egloff

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