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Die SP will das Stadtpräsidium

Die Schliermer Sozialdemokraten wollen einen zweiten Sitz im Stadtrat – und das Stadtpräsidium. Dieses wird wohl mit einer Kampfwahl entschieden.

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SP Schliern

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Limmattaler Zeitung

Daniel von Känel

Schlierens Finanzvorstand Toni Brühlmann kandidiert für das Stadtpräsidium, Markus Bärtschiger will neu in den Stadtrat. «Wir waren früher mit mehr Sitzen in der Exekutive vertreten», sagt Bärtschiger, der für die SP seit 1990 im Schlieremer Parlament sitzt. Bis 1998 hatte die SP drei Sitze im Stadtrat, ab 2002 noch einen.

Die Sitze habe man kontinuierlich verloren - aber «meistens mit knappen Resultaten», sagt Bärtschiger. Deshalb schaue er es auch nicht als eine überraschende Offensive an, dass die SP das Präsidium und einen zweiten Sitz anstrebe. Mehr noch: «Eigentlich ist es fast logisch, dass wir wieder angreifen», sagt er. «Wenn man den Proporz anschaut, sind wir in der Exekutive untervertreten.» Bei den letzten Wahlen sei eine spezielle Situation gewesen, es habe personell nicht dringelegen, für einen zweiten Sitz zu kandidieren.

Reizvolles Exekutivamt

Er persönlich habe schon immer gesagt, dass ihn die Exekutive reizen würde, sagt Bärtschiger. Da sein Bruder Peter Bärtschiger bis 2002 noch im Stadtrat gewesen sei, sei eine Kandidatur seinerseits nicht infrage gekommen, und bei den Wahlen 2006 habe er aus beruflichen Gründen auf eine Kandidatur verzichtet. Diese Situation habe sich nun verändert.

Seit acht Jahren im Stadtrat

Er sei nun seit acht Jahren Stadtrat, sagt Toni Brühlmann. Als Ressortvorsteher Finanzen und Liegenschaften sei er in vieles involviert und habe Einblicke in alle Bereiche erhalten. Er erachte dies als gute Voraussetzung, um nun das Präsidium anzustreben. Bei einer Wahl würde Brühlmann fast schon eine Tradition fortsetzen: Fritz Diggelmann, Rita Geistlich wie auch Peter Voser haben dem Ressort Finanzen vorgestanden, bevor sie ins Präsidium gewählt wurden.

Als Stadtpräsident abgelöst wird Peter Voser (FDP), der nicht mehr antreten wird. Seine Partei gab bekannt, dass sie nicht für das Schlieremer Stadtpräsidium kandidieren wird. Die FDP geht mit der bisherigen Stadträtin Bea Krebs und Gemeinderätin Manuela Stiefel ins Rennen um zwei Stadtratssitze. Das Präsidium wird damit nach 20 Jahren nicht mehr von der FDP besetzt sein.

Kampf um Präsidium

Die SVP wird wohl für das Stadtpräsidium kandidieren. Sie seien sich der Verantwortung bewusst, äusserte sich jedenfalls Parteipräsident Pierre Dalcher nach dem Verzicht der FDP. Der Verantwortung, das Stadtpräsidium in bürgerlichen Händen behalten zu wollen.

Wie die SP und die FDP haben auch EVP und CVP bereits bekannt gegeben, wen sie ins Rennen schicken werden: Die CVP will mit Gemeinderätin Doris Wicki wieder in den Stadtrat einziehen, die EVP tritt erneut mit Robert Welti an, der dem Stadtrat seit 1994 angehört und dort als Sozialvorstand amtet. Der Entscheid der SVP steht noch aus.

Die parteilose Stadträtin Bea Capaul, Vorsteherin Sicherheit und Gesundheit, will Ende August über ihre politische Zukunft informieren.