Schlieren

Die Sommerbeiz wechselt den Standort – und bleibt bis 2022

In diesem restaurierten Bahnwagen werden bald Gäste verköstigt.

Ab August wird im Schlieremer Zentrum dort gewirtet, wo heute Container von Baufirmen der Limmattalbahn stehen.

Dass im Schlieremer Zentrum während der Sommermonate eine Beiz für die Belebung der Stadt installiert wurde, hat schon fast Tradition. Zwischen 2013 und 2017 trafen sich Ur-Schlieremer, Passanten und Neuzuzüger in besagter Wirtschaft. Wie der Stadtrat diese Woche bekannt gab, wird diese Tradition mindestens bis 2022 weitergeführt.

Künftig wird die Beiz jedoch nicht mehr wie bis anhin direkt auf dem Stadtplatz platziert, sondern etwas abseits, wo heute der Installationsplatz für den Bau der Limmattalbahn liegt. Einzig der Infopavillon der Stadtbahn wird bleiben und Interessierte weiterhin über das Jahrhundertprojekt informieren. Damit entspricht der Stadtrat einem Postulat des Quartierverein-Gemeinderats Thomas Widmer. Dieser verlangt, im vergangenen Herbst die Räumung des Platzes und die Nutzung durch die Stadt. «Die einen Baufirmen brauchten den Platz nun doch nicht, oder konnten ihre Installationsplätze andernorts beziehen», sagt der Schlieremer Bauvorstand Stefano Kunz (CVP) auf Anfrage.

100 Sitzplätze im Freien

Nachdem die Container also umplatziert wurden, soll auf einer Fläche von rund 25 auf 25 Metern eine Sommerbeiz mit zwei integrierten und restaurierten Eisenbahnwaggons erstellt werden, die für jährlich rund 7 Monate genutzt werden kann. In einer geschlossenen Hütte sollen auf über 100 Quadratmetern 36 Sitzplätze entstehen und in den zwei Waggons auf rund 90 Quadratmeter 24 Innen- und 36 Aussenplätze. Knapp 100 Sitzplätze werden auf der rund 400 Quadratmeter grossen unüberdachten Fläche geboten.

Anstelle von Bauwänden blicken Passanten bald auf Schlieremer Waggons.

Anstelle von Bauwänden blicken Passanten bald auf Schlieremer Waggons.

Entschieden wurde diese Nutzung von der Arbeitsgruppe Zentrum. Darin hatten neben Kunz auch Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) und Finanzvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) Einsitz. Betrieben wird die Sommerbeiz von den Wirten des Restaurant Corona gleich beim Bahnhof in Zusammenarbeit mit dem Verein Historic Schlieren.

Der Verein stellt nicht nur die beiden aus Schlieren stammenden Waggons – sie wurden in den Jahren 1912 beziehungsweise in den späten 1960er-Jahren in der damaligen Wagons- und Aufzugfabrik hergestellt –, sondern wirtet auch selber. Thomas Stauber, der bei Historic Schlieren für das Projekt verantwortlich ist, kann zwar noch keine Details verraten, doch werde es mit dem Corona-Team eine freundschaftliche Zusammenarbeit geben. Der Verein liess eigens den Speisewagen und den Küchenwagen nach Schlieren transportieren und sanierte sie selber. «Weil wir zu wenig Platz haben in unserer Werkstatt, wird zu Beginn nur der Speisewagen eröffnet. Vier bis fünf Monate später folgt der Küchenwagen», so Stauber.

16'000 Franken Mietzins

Für 47'000 Franken lässt der Stadtrat nun Tiefbauarbeiten ausführen sowie einen Holzboden erstellen, dieser Betrag wird von den Betreibern in den kommenden drei Jahren zurückbezahlt. Weiter bezahlen die Pächter jährlich einen Betrag von knapp 16'000 Franken als Zins. Hinzu kommt laut Stadtratsbeschluss eine Zahlung von jährlich 20 Franken pro Quadratmeter, also rund 12'000 Franken. Der Vertrag dauert bis ins Jahr 2022. Was danach an dieser Stelle geschieht, ist offen. So ist auch unbekannt, wie die Stadt den angrenzenden Park gestalten will. Ein entsprechender Masterplan wird derzeit vorbereitet.

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