Birmensdorf/Aesch/Uitikon
Die Sekundarschul-Fusion kommt im März 2013 an die Urne

Die Sekundarschulgemeinden Birmensdorf-Aesch und Uitikon möchten fusionieren. Derzeit wird ein Fusionsvertrag ausgearbeitet. Bereits im kommenden März wird das Stimmvolk an der Urne über die Fusion befinden.

Florian Niedermann
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Schulpflegepräsident Hans-Rudolf Schärer, Ruth Hofstetter und Reto Schoch (Vizepräsident der Schule Uitikon) würden eine Fusion begrüssen.

Schulpflegepräsident Hans-Rudolf Schärer, Ruth Hofstetter und Reto Schoch (Vizepräsident der Schule Uitikon) würden eine Fusion begrüssen.

Aus einem Zusammenschluss würden sich für die beiden Schulgemeinden Birmensdorf-Aesch und Uitikon Vorteile ergeben, erklärt der Uitiker Schulpflegepräsident Hans-Rudolf Schärer: «Mehr Schüler bedeuten mehr Möglichkeiten zur pädagogischen Differenzierung nach Niveau und Stufen sowie ein breiter gefächertes Angebot, etwa bei den Freifächern.» Ausserdem wäre es möglich, die Stellenprozente der Lehrkräfte flexibler einzusetzen, ergänzt Ruth Hofstetter, Präsidentin der Sekundarschulpflege Birmensdorf-Aesch.

Der Oberstufe fehlen Schüler

Primär strebt die Uitiker Schulpflege die Fusion an, weil ihr für einen Oberstufenbetrieb nach der Vorstellung der kantonalen Bildungsdirektion die Schüler fehlen. «Unsere Gemeinde wächst in nächster Zukunft zwar. Der mögliche Zuwachs an Schülern reicht aber nicht aus», erklärt Reto Schoch, der Vizepräsident der Schule Uitikon.

Für den heutigen Schulbetrieb stellt der Kanton der Gemeinde Uitikon überproportional viele Lehrer-Stellenprozente zur Verfügung. Allerdings drängt er darauf, dass die Uitiker Schule mit einer anderen Schulgemeinde zusammenspannt. Würde die Bildungsdirektion die Stellenprozente kürzen, so müsste die Sekundarschule auf andere pädagogische Unterrichtsformen umsatteln. «Wir müssten dann unter Umständen auf Atelierunterricht umsteigen. Diese Schulform ist aber sehr umstritten», erklärt Schärer.

Fusion ist komplizierter als Anschlussvertrag

Vor dem Entscheid zur Fusion mit der Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch standen in Uitikon auch andere Lösungen zur Debatte. So etwa ein Anschlussvertrag mit einer benachbarten Schule. Organisatorisch wäre dies zwar einfacher gewesen als eine Fusion. Allerdings hätten die Eltern dann keine Mitsprachemöglichkeiten in Schulfragen gehabt. Er glaube nicht, dass dies die Gemeinde goutiert hätte, sagt Schoch: «Bei einer Fusion zu einer Kreisgemeinde erhält auch unsere Bevölkerung ein Mitspracherecht.»

In den vergangenen Monaten klärten die Schulbehörden gemeinsam die pädagogischen, organisatorischen und rechtlichen Faktoren, die bei dieser Fusion berücksichtigt werden müssen. Derzeit erstellen sie einen Fusionsvertrag, der vom Zürcher Regierungsrat abgesegnet werden muss. Im November wird der Vertrag an der Schulgemeindeversammlung in Uitikon vorberaten. In Birmensdorf wird er dem Stimmvolk ebenfalls vorgestellt, bevor die Bevölkerung beider Schulgemeinden in einer Urnenabstimmung am 3.März über die Fusion befinden wird.

Beide Schulgemeinden müssen Ja sagen

Scheitert sie in einer der beiden Gemeinden an der Urne, so stünde die Uitiker Schulgemeinde wieder auf Feld eins. Wird die Fusion aber beschlossen, so könnten ihre Sekundarschüler ab Schuljahr 2014/15 in Birmensdorf zur Schule gehen.

Diese Zielsetzung widerspricht einem Grundsatzentscheid, den die Schulgemeinden Birmensdorf-Aesch und Uitikon letzten September fällten. Damals wollte man eine gemeinsame Schule an zwei Standorten betreiben. Davon ist man nun abgekommen, wie Hofstetter sagt: «Stellenprozente können im Interesse eines pädagogischen Mehrwerts nur eingespart werden, wenn die Schule an einem einzelnen Standort zusammengeführt wird.»

Was die Fusion für den Steuerzahler in den beiden Schulgemeinden bedeutet, könne noch nicht genau beziffert werden, erklärt Schärer: «Uns Uitiker wird der Sekundarschulbetrieb aber danach sicher mehr kosten als jetzt.»