Der Birmensdorfer Primarschulpflege fiel gestern ein grosser Stein vom Herzen: Die Stimmbevölkerung genehmigte den Kredit in der Höhe von 13,7 Millionen Franken für ein neues Schulhaus im Gebiet Haldenacher klar mit über 70 Prozent Ja-Stimmen-Anteil. Damit erhält die Schulgemeinde die Möglichkeit, dringend benötigten zusätzlichen Schulraum zu erstellen. Die Primarschule rechnet bis ins Jahr 2020 mit rund 500 Schülern. Dafür reicht der vorhandene Schulraum nicht aus. Bis zum Schuljahr 2017/18 wird nun auf dem schuleigenen Land ein Neubau mit zehn neuen Klassenzimmern, Gruppenräumen, einem Lehrerzimmer, einem Musikzimmer und einem Zimmer für Physiotherapie entstehen.

Schulraumvorlagen haben bei Urnenabstimmungen zwar meist einen guten Stand. Doch angesichts der Tatsache, dass Mitte Februar eine Interessengemeinschaft von Anwohnern begann, das Projekt zu bekämpfen, ist ein derart klares Ja nicht selbstverständlich. Die IG «Nein zum Schulhaus Haldenacher» bekämpfte die Vorlage unter anderem mit dem Argument, dass die Schulpflege verschweige, dass das Schulhaus Reppisch im Anschluss an die Erstellung des Neubaus saniert werde und dadurch Mehrkosten von rund 6 Millionen entstehen würden (die Limmattaler Zeitung berichtete). Dabei informierte Primarschulpräsident Ernst Brand bereits 2013 darüber, dass das Schulhaus Reppisch nach der Erstellung des Neubaus saniert würde. Über einen entsprechenden Kredit wird die Bevölkerung erneut befinden können. Die IG räumte kurz darauf ein, dass ihr Widerstand auch davon motiviert war, dass der Neubau die Aussicht aus ihren Häusern verstellen wird.

«Wir haben offen informiert»

Brand sagte gestern auf Anfrage, er habe zumindest gehofft, dass die Bevölkerung trotz der Kampagne der IG klar hinter dem Projekt stehe: «Wir haben die Stimmbürger im Vorfeld frühzeitig und offen informiert. Dabei bekamen wir von der grossen Mehrheit zustimmende Rückmeldungen.» Dass dennoch 495 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger gegen das Schulhaus stimmten, schreibt Brand nur zu einem geringen Teil der IG zu: «Das Gros der ablehnenden Stimmen wird eher den Kosten geschuldet sein, als der Kritik am Standort oder am Projekt an sich.» Die IG «Nein zum Schulhaus Haldenacher» war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Nach der Genehmigung an der Urne wartet die Primarschulgemeinde auf die Bewilligung ihrer Baueingabe. Erfolgen keine Einsprachen, so könnte bereits Mitte Jahr mit ersten Bodenarbeiten und dem Abbruch des Kindergartenpavillons begonnen werden, sagt Brand. Mit dem Ja zum Projektkredit an der Urne endet eine lange Leidensgeschichte der Primarschule. Ursprünglich plante die Schulpflege das mehr als 55 Jahre alte Schulhaus Reppisch abzureissen und einen Neubau zu erstellen. Allerdings drohte der Kanton mit der Unterschutzstellung des Gebäudes. Deshalb musste die Schulpflege nach einer Lösung suchen und wurde schliesslich auf der benachbarten Parzelle im Haldenacher fündig.rden.