Wahlen
Die Panaschierkönigin ist nicht gewählt worden

Lisette Müller ist die Panaschierkönigin der Kantonsratswahlen 2011. Genützt hat es der EVP- Politikerin nicht viel. Sie ist abgewählt worden. Schlechtes Abschneiden der Partei verhindert Wahl der beliebten Politikerin

Von Pascal Unternährer
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Lisette Müller ist die Panaschierkönigin

Lisette Müller ist die Panaschierkönigin

Limmattaler Zeitung

Auf den Wahllisten panaschiert zu werden, hilft bei der Wahl. Diese Alltagsweisheit traf 2007 zu, als Lisette Müller Panaschierkönigin wurde. Am 3. April holte die EVP-Frau erneut die Goldmedaille. Diesmal halfs aber nicht. Damit ist die Knonauerin wohl die erste Panaschierkönigin, die keinen Sitz erobert hat. «Juhui», lautet dennoch die Reaktion Müllers. «Mich freuts trotzdem. Wenn schon abtreten, dann mit einem schönen Titel.»

Müller figurierte auf knapp 12 Prozent aller Wahlzettel des Bezirks Affoltern. Doch das schlechte Resultat ihrer Partei machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Zweiter wurde Martin Farner. Den Freisinnigen aus Oberstammheim hat jeder zehnte Wähler im Bezirk Andelfingen auf seinen Zettel geschrieben.

Grüne räumen ab

Als Letzter aufs Siegerpodest hat es ein weiteres Mitglied der EVP geschafft: Gerhard Fischer aus Bäretswil mit einer Beliebtheitsquote von 8,1 Prozent. Die Ledermedaille geht an den Grünen Robert Brunner aus Steinmaur (8,0 Prozent). Ebenfalls ein Grüner ist der nach Müller zweite Nichtgewählte in der Rangliste: Luca Fasnacht aus Benken folgt aber erst auf Platz 24. 2007 war Martin Farner auf Rang 27 der erste Nichtgewählte.

Obwohl nicht an der Spitze zu finden, haben die Grünen in der Panaschierstatistik abgeräumt. Alle 19 Gewählten plus Fasnacht sind unter den ersten 30 der Statistik. Die Grünen stellen in 12 der 18 Wahlkreise den oder die regionale(n) Panaschierkönig(in): in allen sechs Stadtzürcher Wahlkreisen sowie Dietikon, Winterthur, Winterthur-Land, Uster, Hinwil, Pfäffikon und Dielsdorf. Die anderen Königinnen und Könige stellen die EVP (2), GLP (2), CVP und die FDP.

Der König bei der CVP

Lisette Müller führt aber nicht nur die Beliebtheitsstatistik an. Sie erhielt auch prozentual zu ihrem Gesamtresultat am meisten Fremdstimmen. Müller holte 2446 Stimmen, wovon 1451 oder fast 60 Prozent von anderen Listen kamen. Zweiter nach dieser Zählweise ist Gerhard Fischer (54 Prozent). Als dritter schaffte es Robert Brunner (49 Prozent) diesmal aufs Podest.

Absolut am meisten Panaschierstimmen hat Philipp Kutter bekommen. Der CVP-Fraktionspräsident und Wädenswiler Stadtpräsident ist damit irgendwie auch Panaschierkönig. Kutter profitierte von der Grösse des Wahlkreises Horgen und wurde 2101-mal auf Nicht-CVP-Wahllisten aufgeschrieben. Das sind 98 Fremdstimmen mehr als vor vier Jahren der Stäfner SP-Überflieger Daniel Jositsch. Zweiter ist erneut Fischer (1648), gefolgt von der Grünen Lilith Hübscher aus Winterthur (1637).