Die Brücke über die Reppisch im Oberdorf, dort, wo die Oberdorfstrasse zur Steinmürlistrasse wird, ist arg sanierungsbedürftig. Sie sei in den vergangenen 20 Jahren regelmässig überwacht worden, ihr Zustand habe sich in dieser Zeit kontinuierlich verschlechtert, heisst es in einem technischen Bericht. So habe bereits die zulässige Traglast beschränkt werden müssen. Mehr als 28 Tonnen Gesamtgewicht ist heute auf ihr nicht mehr zugelassen.

Nun soll die Oberdorf-Brücke, die aus dem Jahr 1928 stammt und damit 91 Jahre alt ist, umfassend instand gestellt werden. Die sogenannten Widerlager, die an den Enden der Brücke die Kräfte ableiten, können weiterverwendet werden. Aber die gesamte Brückenplatte, die eigentliche Brücke, über die die Autos und Busse dahinrollen, muss ersetzt werden.

Für Fussgänger wird ober- und unterhalb der Baustelle je ein Steg erstellt, damit sie die Reppisch trotz der grossen Baumaschinen sicher überqueren können, wie Ingenieur Kurt Funk vom zuständigen Urdorfer Unternehmen Funk und Partner AG erklärt. Und auch der Verkehr erhält einen provisorischen Übergang: Eine Hilfsbrücke kommt unmittelbar neben dem heutigen Brückenwerk auf der Talseite zu stehen. Dank dieser wird die Baustelle zumindest in Richtung «Dreispitz»/Spreitenbach stets passierbar bleiben.

In umgekehrter Richtung werden der motorisierte Individualverkehr sowie die Busse über die Bergstrasse umgeleitet. Bei deren Einmündung in die Hasenbergstrasse wird eine provisorische Lichtsignalanlage erstellt. Trotz des Umwegs kann der Bus so gemäss Angaben der Stadt Dietikon die Anschlüsse einhalten. Sie verweist zudem darauf, dass sich diese Umleitung bereits im Jahr 2012 bewährt hatte, als ein Teil der Oberdorfstrasse saniert wurde.

Die Vorarbeiten sowie der Bau der provisorischen Brücke und der Stege beginnen Anfang April, wie Funk sagt. In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai wird dann das Verkehrsregime umgestellt. Es beginnt der Abbruch der bestehenden Brücke. Die neue Brückenplatte wird derweil an einem anderen Ort, in der Werkhalle des Bauunternehmers, vorfabriziert: Die sechs Elemente zu je 50 Tonnen werden später in einer Nacht an der Reppisch ein- und zusammengebaut.

Diese Vorgehensweise wurde gewählt, damit mehrere Arbeitsschritte zeitgleich erfolgen können. Denn die Zeit drängt. Ende August muss die Brücke über die Reppisch im Oberdorf wieder für den Verkehr zur Verfügung stehen. Im Herbst beginnen in Dietikon die Bauarbeiten für die zweite Etappe der Limmattalbahn. Über die Oberdorf-Brücke wird dann ein Teil des Verkehrs umgeleitet; sie wird die Funktion einer verkehrstechnischen Zentrumsentlastung übernehmen und ein verstärktes Verkehrsaufkommen erleben, wie es im technischen Bericht heisst.

Kapazität wird nicht erhöht

Die neue Brücke über die Reppisch werde ihre Vorgängerin grundsätzlich eins-zu-eins ersetzen, sagt Kurt Funk. So kommt sie am genau gleichen Standort zu liegen und ist – mit einer unveränderten Fahrbahnbreite von 6,9 Metern – für die selbe Verkehrsmenge ausgelegt. «Es ist keine Kapazitätserhöhung des Strassenraumes vorgesehen.»

Neu wird die Brücke aber uneingeschränkt für den Verkehr offen sein und damit insbesondere auch für 40-Tönner gerüstet sein. Zudem werden die Gehwege im Vergleich zu heute auf beiden Seiten um einen halben Meter breiter. Damit werde die Situation für die Fussgänger, die beim Zebrastreifen warten müssen, verbessert, sagt Funk.

Die Kosten für die umfassende Instandstellung der Brücke inklusive aller begleitenden Neben- und Anpassarbeiten werden mit rund 1,6 Millionen Franken angegeben.