Oetwil
Die Moschtete bringt die Gemeinde zusammen

Rund 100 Besucher genossen Sonne, Limmat, frischen Most mit Käse und Brot an der Moschtete in Oetwil.

Ly Vuong
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Moschtete Oetwil
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Emmi Walser Sie ist sei den Anfängen der «Moschtete» dabei. Ihr Bruder Hansruedi Lienberger war der Initiant des ganzen Anlasses.
Isa Kaczmar Die 51-jährige Brasilianerin ist die neu in Oetwil. Die «Moschtete» sei ein guter Anlass, um mit Oetwilern ins Gespräch zu kommen, sagt sie.
Luisa Ventre Der Dreijährigen schmeckte der Most. Normalerweise trinkt sie Mineralwasser. Für ihre acht Monate alte Schwester Anna gab es noch keinen Most.

Moschtete Oetwil

Ly Vuong

Bereits zum 32. Mal fand die «Moschtete i de Fähri» auf der Limmatwiesen in Oetwil statt. Die Gemeinde lud die Einwohner ein, frisch gepressten Most mit Käse und Brot an der Limmat zu geniessen. Gekommen sind am Samstag rund 100 Besucher. Der Duft von Tilsiter mischte sich mit der frischen Limmatluft. Auf der Zunge schmeckte der Apfelsaft leicht süss und erdig. 1985 wurde die «Moschtete» eingeführt, um das viele Obst in Oetwil zu verwerten. Mittlerweile stammen die Äpfel vom Bauer Bräm aus Dietikon.

Jedes Jahr liefert Bräm eine andere Zusammensetzung, diesmal waren es 300 Kilogramm Äpfel aus vier Sorten: Gala, Braeburn, Pinova und Sauergrauech. Daraus pressten der Werkmitarbeiter Allen Spagnuolo und Lehrling Shpend Rapuca rund 200 Liter Most mit der Presse, die das ganze Jahr auf der Limmatwiesen steht. «Heute brauche ich nicht mehr ins Fitness zu gehen», sagte Rapuca, der an der Kurbel der Mostpresse drehte. Je tiefer die Presse gehe, desto mehr Kraft brauche es. Ein paar Meter weiter von der Mostpresse konnte man am Buffet Brot, Käse und Most holen.

Seit fünf Jahren hilft Jürg Vogt beim Zuschneiden von Brot und Käse. Der 70-Jährige lebt seit 45 Jahren in der Gemeinde und schätzt es, an der Moschtete Oetwiler zu treffen. «Man sieht immer wieder dieselben Gesichter, nur der Most und das Wetter sind jedes Jahr anders», so Vogt. Der 44-jährige Feuerwehrmann Daniel Peter fand die Kombination Käse, Brot und Most kreativ. Das gute Wetter und die schöne Limmat mache die Kombination perfekt.

Für Gemeindepräsident Paul Studer und Frau Ursula war der Anlass eine Tradition, die keine Rede vom Würdenträger abverlangte. Doch auch bei feinem Most und freundlicher Sonne lasse es sich bestens diskutieren und schwatzen, so Studer. Dieser Meinung war auch Neuzuzügerin Isa Kaczmar. Die 51-jährige Brasilianerin lebt seit diesem Oktober in Oetwil. Die «Moschtete» sei eine wunderbare Tradition und dazu noch ein guter Anlass, um ungezwungen mit Oetwilern ins Gespräch zu kommen – wie etwa beim gemeinsamen Schwärmen vom frischen Apfelsaft und dem schönen Wetter.

Auch zum ersten Mal dabei waren Marianna und Marcello Ventre mit ihren beiden Töchtern. Zwar leben sie seit fünf Jahren hier, doch bisher sei immer irgend etwas dazwischen gekommen. Der dreijährigen Tochter Luisa schmeckte der Most. Normalerweise trinke sie zu Hause Mineralwasser. Für die acht Monate alte Schwester Anna gab es noch keinen Most. Sie sei noch zu jung, erzählte die Mutter. Schon seit den Anfängen dabei ist Emmi Walser. Ihr Bruder Hansruedi Lienberger war Gemeinderat und Initiant des ganzen Anlasses. Gerne denke Walser an die Zeiten zurück, als sie in der Tracht mit Kolleginnen vom Heimetchor Limmi-gruess Käse und Brot zuschnitt.

Wer zu Hause in Erinnerungen an die Moschtete schwelgen wollte, konnte am Schluss seine mitgebrachte Flasche mit dem übrigen Most füllen und nach Hause nehmen. Gemeindeschreiber Pierluigi Chiodini gab dazu einen Tipp: Durch die Gärung des Mosts entstehen Gase. Deshalb sollte man bei der Lagerung die Flasche etwas öffnen, damit das Gas entweichen kann und die Flasche nicht explodiert.