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Die Luft ist draussen: FC Oetwil-Geroldswil verabschiedet sich in die 4. Liga

Der FC Oetwil-Geroldswil II (in Blau) hatte im Spiel der letzten Chance gegen Albisrieden nur selten hoffnungsvolle Momente.

Nach dem 2:6 gegen Albisrieden steigt Oetwil-Geroldswil II in die 4. Liga ab.

Es hätte das Spiel der letzten Chance werden können für die zweite Mannschaft des FC Oetwil-Geroldswil. Der Aufsteiger sah sich am drittletzten Spieltag der Drittliga-Saison mit einer beinahe aussichtslosen Situation konfrontiert: Nur wenn die Limmattaler, die erst sieben Punkte auf ihrem Konto angesammelt hatten, ihr Heimspiel gegen den Tabellenvierten aus Albisrieden gewinnen und Tetova im Parallelspiel verlieren würde, könnte der Abstieg vorerst noch abgewandt werden. Wer nun gehofft hätte, dass Oetwil-Geroldswil mit dem Messer zwischen den Zähnen in dieses Spiel stiege, um den Klassenerhalt irgendwie noch zu erzwingen, wurde enttäuscht. Denn bereits nach 28 Minuten stand es 0:3 aus Sicht des Tabellenschlusslichts. Spätestens jetzt erkannte der Zuschauer: Die Limmattaler würden ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt nicht packen.

Kurzfristiger Trainerwechsel

«Wir wussten, dass wir punkten müssten, um mit dem Ligaerhalt theoretisch noch etwas zu tun haben zu können. Wir hatten aber offensichtlich nicht mehr den Willen, um hier noch irgendwie die drei Punkte zu holen nach dieser schwierigen Saison. Die Luft war schlichtweg draussen», resümierte Luca Broch, der «OG II» seit einer Woche als Interimstrainer betreut, den Auftritt seiner Equipe. Broch, der bei den Limmattalern auch als Reservespieler auf dem Matchblatt steht, musste das Ruder kurzfristig übernehmen, da Trainer Michael Egger am vergangenen Sonntag zurückgetreten war. Der traurige Tiefpunkt einer schwierigen Saison voller Rückschläge für den Aufsteiger. Dass die Ereignisse der vergangenen Wochen die junge Mannschaft geknickt haben, wurde in der Startphase der Partie gegen Albisrieden deutlich.

Oetwil-Geroldswil kam bis zum 0:3 nie richtig in der Partie an, wurde von den Gegnern in die Defensive gedrängt und brachte den Ball kaum einmal aus der eigenen Hälfte hinaus. In der 17. Minute fiel dann das überfällige Führungstor für die Gäste: Ein schneller Vorstoss über die rechte Seite führte zum Durchbruch. Erst konnte OG-Keeper Danilo Kuzmanovic noch retten, dann stand jedoch Sven von Matt goldrichtig und staubte zur Gästeführung ab.

Die Limmattaler verfielen nach diesem frühen Gegentreffer in eine Schockstarre und wurden von den Gästen phasenweise überrannt. Nur dank Kuzmanovic und mangelnder Konsequenz der Albisrieder Offensivabteilung stand es nach 28 Minuten erst 0:3.

Ein kurzer Hoffnungsschimmer

Nach dem dritten Gegentreffer ging ein Ruck durch Brochs Mannschaft. Captain Philippe Leissing wurde erstmals laut und rüttelte seine Teamkollegen damit wach. Den Limmattalern gelang eine Reaktion, die bewies, was eigentlich in dieser Mannschaft steckt: Kaum hatte der Unparteiische das Resultat auf seinem Notizblock nachgetragen, jubelte erstmals das Heimteam. Michel Boulanger stürmte wie von der Tarantel gestochen den rechten Couloir hinunter und schlug eine Hereingabe zur Mitte genau auf den Fuss von Mirco Marcarini – 1:3. Wenn dem Heimteam offensiv einmal ein Ausrufezeichen gelang, waren meist Boulanger und sein Flügelpartner Markus Imhof beteiligt. So auch kurz vor der Pause: Wiederum war es Boulanger, der für Kai Hummer zurücklegte. Dieser verkürzte unter Mithilfe des Albisrieder Torwarts auf 2:3. Es kam nochmals Hoffnung auf dem Sportplatz Werd auf.

Doch diese währte nicht lange. Weil die Limmattaler ihr Zwischenhoch nicht aufrechterhalten konnten, erstickte Albisrieden die Abstiegskampf-Auferstehung im Keim. Zwei Treffer innert fünf Minuten sorgten nach einer Stunde für die Entscheidung. Kurz vor Schluss fiel gar noch das 2:6.

Die Enttäuschung hielt sich nach dem Schlusspfiff bei den nun definitiv abgestiegenen Limmattalern jedoch in Grenzen: «In erster Linie sind wir einfach erleichtert, dass diese schwierige Saison bald vorbei ist. Wir konnten uns schlicht nicht mehr motivieren zu einem letzten Aufbäumen. Darum hoffen wir jetzt in den letzten beiden Spielen einfach auf einen versöhnlichen Abschluss dieses Drittliga-Abenteuers und freuen uns auf die neue Saison in der 4. Liga. Dort werden wir wieder vorne mitspielen können», richtete Broch den Blick in die Zukunft. Nach einer Saison zum Vergessen ist dies kein schlechter Plan.

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