Zürich

Die Liebe zum Auto wurde zum Verhängnis: 19-Jähriger zu neun Monaten auf Bewährung und Busse verurteilt

Der 19-jährige düste mit 99 km/h in der 50er-Zone. (Symbolbild)

Wegen eines Unfalls und einer Tempofahrt gerät ein junger Mann mit dem Gesetz in Konflikt. Es fehlte nur 1 km/h, um als Raser zu gelten.

Sie wollten nur ein wenig mit den Autos herumalbern. Doch der nächtliche Schabernack auf dem Parkplatz des Wildnisparks resultierte in einer Kollision und drei Strafverfahren – zwei wegen Irreführung der Rechtspflege und eines wegen Versicherungsbetrugs. Einer der beiden Lenker, ein 19-Jähriger aus dem Sihltal, stand am Montag vor Gericht. Er und die Insassen des anderen Wagens kannten sich.

Nach der Kollision habe man gemeinsam beschlossen, den Schaden selber zu bezahlen. Die Kollegin sollte der Polizei sagen, ein Unbekannter sei am Unfall beteiligt gewesen. Vermutlich hat sie dann doch zugegeben, dass er der Verursacher der Kollision war, was ihm das Strafverfahren eingebrockt hat. Er selber hatte da den Schaden längst diskret reparieren lassen.

Wieso sie überhaupt auf die Idee gekommen seien, das Ganze zu verheimlichen, fragte der Richter. «Jemand hat mir gesagt, dass man den Lernfahrausweis nach zwei Unfällen verliert. Egal, ob man schuld ist oder nicht», sagte der Beschuldigte. Da er schon einmal unverschuldet verunfallt sei, habe er das nicht riskieren wollen. Schliesslich brauche er das Billett für seinen Job.

Beinahe hätte der junge Mann als Raser gegolten

Überhaupt fällt die grosse Liebe des jungen Mannes zum fahrbaren Untersatz auf. Sie hat ihm, mittlerweile im Besitz eines richtigen Fahrausweises, noch ein zweites Strafverfahren eingebrockt. In der Galerie der Wasserwerkstrasse in Zürich hatte er ordentlich Gas gegeben. Die Polizei mass 99 km/h in der 50er-Zone. Ein Stundenkilometer schneller und der 19-Jährige hätte als Raser gegolten. Dann wäre ihm der Ausweis für mindestens zwei Jahre entzogen worden.

Die Schnellfahrt ereignete sich um zwei Uhr morgens. Er sei mit seinem Lieblingswagen, einem Mercedes E-Klasse, gefahren. Der Wagen hat fast 600 PS, das sei sehr schnell gegangen mit dem Tempo. Wie er sich ein solches Auto leisten könne, fragte der Richter. Es gehöre einer Kollegin, antwortete der junge Mann, der eine Lehre im handwerklichen Bereich abgeschlossen hat.

Die Polizisten hätten ihm dann klargemacht, wie gefährlich sein Verhalten war. Heute sei er sicher, dass das nicht wieder vorkommen werde. Er nimmt auch am Lernprogramm Start teil, das risikobereiten Verkehrsteilnehmern die Gefahren aufzeigt. Die Taten versuchte er gar nicht
abzustreiten, er sei «recht froh», mit einem blauen Auge davonzukommen. Das blaue Auge sind neun Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine Busse von 500 Franken, von der Staatsanwältin so gefordert und vom Gericht bestätigt.

Der Richter ermahnte den Beschuldigten am Ende nochmals eindringlich. Er soll die Strafe spüren. Das seien keine Kavaliersdelikte mehr. (paj)

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