Eishockey

Die lange Nacht von Chris Baltisberger mit den Meister-Lions

Chris Baltisberger jubelt mit der Goldmedaille.

Chris Baltisberger jubelt mit der Goldmedaille.

Der 22-jährige Oberengstringer Chris Baltisberger gewinnt seinen zweiten Meistertitel mit dem ZSC. Im Gegensatz zum ersten hat er diesmal eine tragende Rolle gespielt. Am Dienstag ist der Spass vorbei: Die Sportler-RS ruft wieder.

Ist der Meisterkübel schwer, Chris Baltisberger? «Ich musste vor dem Stemmen schon abschätzen, wie schwer er ist», schildert der 22-jährige Oberengstringer, der am vergangenen Samstag nach 2012 seinen zweiten Titel mit den ZSC Lions feierte.

Im Gegensatz zum ersten, als der damalige GCK-Spieler allein schon überrascht war, für die Playoffs aufgeboten zu werden, war der kräftige Flügel diesmal eine tragende Stütze in der wichtigen vierten Linie.

Mehr noch: Im letzten Finalmatch gegen die Kloten Flyers steuerte er den Treffer zum 1:1 bei - sein erstes Playofftor überhaupt in der NLA. Mit diesem Spielstand ging es ins Penaltyschiessen, wo Teamkollege Robert Nilsson zweimal erfolgreich war. «Ein richtiger cooler Typ», schwärmt Baltisberger.

Danach begannen die wilden Osternächte für die Lions. Nach der offiziellen Feier mit Medaillen- und Pokalübergabe in der Kolping Arena ging es per Car ins unweit gelegene Hallenstadion, wo Tausende Fans die Mannschaft erwarteten.

Im Gegensatz zu andern, die es sich im Gepäckfach mehr oder weniger gemütlich machten, fand Baltisberger einen Platz im Car-Innern. Für Fernsehinterviews stand der Limmattaler während der Nacht gleich mehrfach zur Verfügung, auch mitten im Trubel und zu vorgerückter Stunde noch die Contenance und Ruhe wahrend. Nicht so wie beispielsweise Teamkollege Roman Wick, der nicht nur freudentrunken irrlichterte und lallte.

Verfiel Baltisberger nicht auch dem Reiz, einmal zu tief ins Glas zu schauen? Er lacht und sagt: «Nach zwei, drei Bier habe ich gemerkt, dass trinken auf den nüchternen Magen keine so gute Idee ist.» Etwas Brot aus dem Restaurant Backstage im Hallenstadion schaffte fürs Erste Abhilfe. Um 5.30 Uhr hatte der Oberengstringer nur noch einen Wunsch: «Endlich die Schlittschuhe ausziehen.» Seine Zehen jedenfalls spürte er bis gestern Nachmittag immer noch nicht.

Während der rund zweitägigen Feierlichkeiten traf Baltisberger natürlich auch auf viele Fans. Mit ehrlichem Staunen berichtet er über solche, die ihm vor Freude weinend gegenüberstanden. «Einer hat sich etwa tausendmal bei mir bedankt. Es ist unglaublich schön, so etwas gemeinsam mit den vielen Leuten erleben zu dürfen.»

Weniger schön ist das Kontrastprogramm, das den Limmattaler ab Dienstag erwartet: Für ihn und ZSC-Ersatzgoalie Tim Wolf heisst es: einrücken. Um 14 Uhr ist Soldat Baltisberger in der Sportler-RS gefragt. «Ferien gibts dieses Jahr halte keine. Aber das weiss ich schon lange, ist also kein Problem», sagt Baltisberger.

Eine kurze Abschlussreise mit dem Team soll es am kommenden Wochenende geben. Die vom letzten Jahr (nach Barcelona) organisierte der Limmattaler. «In der RS werde ich wohl Zeit finden für das Planen der diesjährigen», vermutet er. Für das Training will der Oberengstringer jedenfalls nicht allzu viel Zeit aufwenden. Die geschundenen Meister-Zehen werden es ihm danken.

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